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Winsen Kirche in Winsen bleibt erhalten
Celler Land Winsen Kirche in Winsen bleibt erhalten
13:53 13.06.2010
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Der Protest der Winser Katholiken hat sich gelohnt. Nach offenen Briefen, einer Unterschriftenaktion und zahlreichen Veranstaltungen gegen die Schließung verzichtet das Bistum Hildesheim auf eine Entweihung des Gotteshauses. „Wir haben mit dem Bischof abgesprochen, aufgrund der deutlich gewordenen pastoralen Aktivitäten in Winsen die ursprüngliche Einstufung der Kirche von C2 in C1 zu verändern“, sagte Domkapitular Adolf Pohner.

Auf Dauer seien aber drei Kirchen in der Pfarrgemeinde Hambühren, zu der Wietze und Winsen gehören, nicht zu verantworten. Wahrscheinlich 2014 werde entschieden, welches der beiden Häuser in Wietze und Winsen bis zum Jahr 2020 geschlossen wird, so Pohner weiter. In fünf Jahren greift ein neues Zuweisungssystem des Bistums. Bis dahin wird auch Winsen weiter Geld aus Hildesheim erhalten.

Vor gut einem Jahr hatte die Kirchenspitze eine umstrittene Liste veröffentlicht, wonach wegen schrumpfender Finanzen und der sinkenden Zahl an Gläubigen die so genannten C2-Kirchen in Wietze, Winsen und Lachendorf geschlossen werden sollen. Von den ursprünglichen Zielen – im gesamten Bistum standen über 80 Kirchen vor dem Aus – musste Hildesheim aber immer weiter abrücken. Inzwischen ist im Landkreis Celle kein Gotteshaus mehr in der untersten Kategorie.

Die Winser Katholiken reagierten erleichtert auf die Nachricht. „Wir freuen uns, dass die Kirche weiterbesteht“, sagte Renate Laffin, Mitglied der Gemeinde. Es sei geplant, in Winsen einen Förderverein zu gründen, um das „pastorale Leben weiter anzukurbeln und die finanzielle Situation zu verbessern“.

Mit der Ankündigung, dass bis 2020 eine der Kirchen schließen muss, dürfte sich die Konkurrenz zwischen Wietze und Winsen künftig weiter verschärfen. Schon im vergangenen Jahr wurden Spannungen deutlich. Unter vorgehaltener Hand wurde in Wietze und Hambühren die aggressive Form des Winser Protestes kritisiert. Er freue sich für alle Christen, die regelmäßig in die Kirche gehen, wenn eine Kirche erhalten bleibt, sagte gestern Jürgen Pfad vom Kirchenvorstand in Wietze. Und fügte kritisch hinzu: „Offensichtlich bringt es doch etwas, wenn man laut rasselt. Die Winser haben Alleingänge gemacht, ohne sich mit den Gremien abzustimmen. Ich glaube nicht, dass sich daran etwas ändern wird“, so Pfad.