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Winsen Kästner-Lieder, Jazziges und Kabarett
Celler Land Winsen Kästner-Lieder, Jazziges und Kabarett
15:32 13.06.2010
Winsen (Aller)

Jeden dritten Freitag im Monat (außer Januar und Juli) um 20 Uhr öffnet das Winser „café nebenan“ seine Türen für eine Abendveranstaltung mit Kleinkunst oder Musik. So ganz nebenbei kann man sich dann noch die neueste Ausstellung dort anschauen und es sich bei Wein und dem einen oder anderen Happen gut gehen lassen. Im „nebenan“ wird eben ein ganzheitliches Kulturgenuss geboten, der zudem noch das ungezwungene Pausengespräch mit dem Tischnachbarn ermöglicht. Das Erstaunliche ist, dass sich dieses Angebot sogar noch neben dem umfangreichen und anspruchsvollen, allerdings mehr klassisch ausgerichteten Veranstaltungen des örtlichen Kulturkreises behaupten kann. Und das nun schon so lange, dass man am 14. März ab 15 Uhr das fünfjährige Bestehen des „nebenan“ feiern wird. Es wird eine Ausstellung zum Thema „Café“ geben, Caféhausmusik soll geboten und die passende Literatur dazu gelesen werden.

Die regulären Freitagveranstaltungen warten im ersten Halbjahr 2010 mit zwei besonders bemerkenswerten Abenden auf. So wird am 19. Februar die Vertonung von Erich Kästners Gedichtzyklus „Die dreizehn Monate“ zur Aufführung kommen. Edmund Nick hat diese 1969 in einer Weise komponiert, die einerseits an Weill erinnert, andererseits aber auch Schubert nahe steht. Wüsste man nicht, wann sie geschrieben wurden, würde man diese Lieder eher im Bereich vom Film und Theater der 20er Jahre vermuten. Immer wieder staunt man über die Prägnanz, Tiefe und Wahrhaftigkeit der Ausdruckswelt von Musik und Text. Sie schlummerten bis vor kurzem im Nachlass des Komponisten bis sie Ulrich Schütte ausgegraben hat. Dieser wird sie auch in Winsen zusammen mit Thomas Dust präsentieren.

Im Bereich der nichtmusikalischen Veranstaltungen dürfte vor allem das Gastspiel des aus dem Umkreis von Bruno Jonas stammenden, im Süden bereits sehr bekannten Münchner Kabarettisten Hannes Ringlstetter für überörtliche Aufmerksamkeit sorgen (18. Juni). Als Ausstellungen sind ab 5. Februar Bilder von Albert Witt angekündigt und aber 7. Mai solche von Klaus Kühn.

Generell fällt beim Halbjahresprogramm des „nebenan“ auf, dass man sich gerne im Bereich des Jazz und Folk bewegt und auch populäre Klänge nicht scheut, sofern diese nicht einen rein kommerziellen Hintergrund haben und musikalische Qualität versprechen. Wenn am 19. März Mellow Diaz einen Mix aus America Folk und Jazz anbietet, so fällt das genauso in diese Kategorie wie das „twelve strings“-Gitarrenduo mit einer Mischung aus andalusischen und südamerikanischen Klängen am 16. April und das Trio „Chameleon“ mit ihrer besonderen Mischung aus Jazz und Pop am 21. Mai.

Von Reinald Hanke