Winsen (Aller)

Heidefläche bei Winsen wiederbeleben

Die Heide ist ein Besuchermagnet, auch für die Gemeinde Winsen. Östlich der Gemeinde gelegen, an der Verlängerung der Wolthäuser Straße, wird die Heidefläche auch touristisch genutzt, wie Benjamin von Ahlen, Leiter des Bauamts, in der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses am Donnerstag resümierte. Doch zunehmend zeige sich, dass die Heide in einem sehr schlechten Zustand sei. Die Heidefläche werde nach und nach zurückgedrängt, geht aus dem Prüfbericht eines beauftragten Landschaftsarchitekturbüros hervor.

  • Von Katharina Baumgartner
  • 28. Feb. 2017 | 19:04 Uhr
  • 13. Juni 2022
Die Heidefläche ist nicht nur für den Tourismusvon hoher Bedeutung, sondern auch als örtliches Naherholungsgebiet. Die Strecke entlang der Heidelandschaft nutzen (von links)Tina Schäfer,Sabine Theye und Natalia Quednau als Vorbereitung für den Wasa-Lauf.
  • Von Katharina Baumgartner
  • 28. Feb. 2017 | 19:04 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Winsen (Aller).

Eine rasche Zunahme der Vergrasung und ein Zuwachsen mit Birken seien zu befürchten, heißt es weiter. Ziel ist es nun, die Sandheide wieder behutsam zu revitalisieren.

„Das ist keine kurzfristige Entwicklung“, sagt Verwaltungschef Dirk Oelmann. Doch der mit der Revitalisierung einhergehende finanzielle Aufwand habe es bisher nicht möglich gemacht, maßgeblich Einfluss zu nehmen. Als sich die Finanzsituation wieder entspannt habe, standen zu viele Pflichtaufgaben, wie die Schaffung von Kita-Plätzen oder der Umbau des Ortskerns und die Erweiterung der Grundschule auf der Agenda. „Daher war es jedes Jahr eine schwere, aber auch nachvollziehbare Entscheidung, die Heidefläche noch einmal zu ,schieben‘“, erklärt der Bürgermeister.

Der Zukunftsgedanke ist dabei für die Verwaltung der leitende Aspekt. Um die Naturfläche auch für nachfolgende Generationen zu erhalten, bedarf es der Entwicklung langfristig fundierter Pflegemethoden. Zumal es sich bei der Fläche um ein gesetzlich geschütztes Biotop handelt. Neben dem Schoppern und Plaggen, also dem Abtrag der gesamten Vegetationsschicht und des größten Teiles der Rohhumusauflage, sei auch flächiges Abbrennen der Heidevegetation eine angedachte Variante zur Pflege. Diese kontrollierte Form des Heidebrands könne durch die Feuerwehr durchgeführt werden, so die Verwaltung. Die Arbeiten sollen abschnittsweise in Parzellen von bis zu 5000 Quadratmetern durchgeführt werden und in räumlicher Beziehung zu nicht behandelten Flächen durchgeführt werden, damit eine Rekultivierung möglich ist.

Für den Tourismus misst Friedrich Wilhelm Falke, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Allertal, dem Naturraum eine besondere Bedeutung zu. Außerhalb der Heidefläche in Meißendorf sei dies die einzige große Heidelandschaft in der Nähe Winsens. „Als Verbindung zwischen Wolthausen und Winsen liegt das Gebiet gut erreichbar in Ortsnähe“, erklärt Falke. Mit Rundtouren und Radwegen stellt die Fläche einen Mehrwert für Jogger, Spaziergänger und Hundebesitzer dar.

Auch Oelmann pflichtet dem bei: „Winsen will sich in nächster Zeit touristisch weiter nach vorn entwickeln, denn die jüngst veröffentlichten Erhebungen für das Jahr 2016 zeigen klar auf, dass gerade unsere Region hohe Wachstumschancen hat.“ Neue Sitzbänke und Tische sind bereits aufgestellt. Das Loch in der Schutzhütte werde ebenfalls noch repariert, betonte von Ahlen. 20.000 Euro hat die Gemeinde im Haushalt 2017 für die Pflegearbeiten bereitgestellt.