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Winsen "Führerschein" für Imker in der Kritik
Celler Land Winsen

"Führerschein" für Imker in der Kritik

15:04 20.07.2021
Von Jürgen Poestges
Carsten Heine (rechts) unterweist Nachwuchsimker im Umgang mit den Bienen.
Carsten Heine (rechts) unterweist Nachwuchsimker im Umgang mit den Bienen. Quelle: Peter Zenker
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Meißendorf

Bienenhaltung in Niedersachsen und über die Landesgrenzen hinaus boomt. „Absurd sind die Pläne der Landesregierung, nun einen Führerschein für Imker einzuführen. Interessierte Nachwuchsimker werden durch die Vereine hervorragend betreut. Ein verpflichtender Sachkundenachweis, wie von CDU und SPD gefordert, hört sich für den Laien gut an, ergibt in der Praxis aber wenig Sinn“, meint der Hobbyimker Carsten Heine, der für die Grünen im Meißendorfer Ortsrat aktiv ist. Er engagiert sich seit Jahren in der Weiterbildung des Imkernachwuchses.

"Sachkundenachweis für Imker verschreckt Interessierte"

„Ein Schulungszwang und verschreckt Interessierte und treibt diese Naturfreunde in die Illegalität“, befürchtet Heine und verweist auf seine langjährige Erfahrung als Dozent beim Nabu Gut Sunder. „Insbesondere der teilweise über Jahre andauernde Kontakt zu diesen Anfängern gewährleistet einen dem Tier angemessen Umgang.“

Grüner Carsten Heine: Neue Imker werden abgeschreckt

Eine verpflichtende Schulung jedoch schrecke Teile der neuen Imker ab. Dann geschieht genau das, was CDU und SPD eigentlich vermeiden wollen: unkundige Bienenhalter, die sich aus Abneigung gegen ein solches Schulungs- und Bürokratiemonster auf den Hinterhöfen dem Hobby widmen. „Es wäre gut gewesen, wenn man den Kontakt zu Imkern gesucht hätte. Dann wäre dieses Thema wäre sofort vom Tisch gewesen“, so Heine.

Umbau der Landwirtschaft zum Wohle der Wildbienenarten gefordert

„Wir Imker brauchen keine Hilfe durch Schulungszwang, sondern politische Entscheidungen, die uns Natur- und Bienenfreunden unter die Arme greift. Nicht die Imker brauchen Hilfe, unsere Honigbiene ist im Bestand nicht bedroht. Die zirka 570 Wildbienenarten in Deutschland brauchen einen Umbau der Landwirtschaft.“ Dies könne Landwirtschaft ohne politisches Handeln allein nicht leisten.

Landwirtschaftliche Betriebe entschädigen und Gifte eindämmen

„Betriebe müssen für diesen Umbau, für Ertragseinbußen – die ein konsequenter Umbau der Landwirtschaft unweigerlich zur Folge hat – angemessen entschädigt werden.“ Und Neuzulassungen insektengefährdender Neonicotinoide, also von Giften, müsse umgehend gestoppt werden, fordert Heine. „Das hilft den Wildbienen dann wirklich weiter.“

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