Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Winsen „Es war eine tolle Zeit, als das Gasthaus noch geöffnet hatte“
Celler Land Winsen „Es war eine tolle Zeit, als das Gasthaus noch geöffnet hatte“
14:41 13.06.2010
Vergangene Zeiten und aktuelle Entwicklungen sind Themen beim Bannetzer Klönschnack.
Vergangene Zeiten und aktuelle Entwicklungen sind Themen beim Bannetzer Klönschnack. Quelle: Udo Genth
Bannetze

Sonst fanden in diesem Haus, dem vormaligen „Gasthaus Lammers“, die Treffen statt, aber nun versammelten sich die elf Teilnehmer im Schützenheim. Dabei wurde über ein weit gefächertes Themenspektrum gesprochen – eben geklönt, wie es heißt. „Wir treffen uns monatlich, und zwar an jeden dritten Donnerstag im Monat“, erläuterte Brigitte Bock, die als Ortsratsmitglied an der Organisation beteiligt ist. Die Teilnehmerzahl liege dabei stets zwischen zehn und 20 zumeist älteren Bürgern Bannetzes. Lange Zeit war der Klönschnack eingeschlafen, bis er vor rund sieben Jahren wieder durch den Alt-Bürgermeister Harry Fricke zu neuem Leben erweckt worden ist. So saßen denn diesmal acht Damen und drei Herren rund um den Tisch und ließen sich Bienenstich, Schokoladentorte und Kaffee schmecken. Obwohl Harry Fricke eingangs meinte, der geplante Schlachthof in Wietze und die Dorferneuerung ständen im Mittelpunkt des dörflichen Interesses, wurde hier zunächst einmal über alte Zeiten geklönt.

Es sei nicht schön, dass nunmehr das einzige Gasthaus in Bannetze seine Pforten dichtgemacht habe, meinte Inge Vogelsang. „Dort haben wir uns oft getroffen oder sind zum Essen hingegangen.“ Karoline Wollenberg stellte demgegenüber fest, dass diese Zeiten schon zu lange zurückliegen. „Hier im Schützenheim ist es jetzt gemütlicher“, verglich sie. „Es war eine tolle Zeit, als das Gasthaus noch geöffnet hatte“, erinnerte sich Gertrud Helms. Bald schwelgten die Anwesenden in Gedanken an früher. Da wurden Erinnerungen ausgetauscht über frühere Osterfeuer oder die verschlungenen Wege im Ort und natürlich an die vielen Radwandergruppen, die damals durch den Ort kamen und im Gasthaus Station machten. Nicht nur zahlreiche Feiern fanden dort statt, sondern „sogar spät am Abend konnten wir noch hingehen und uns Würstchen warm machen lassen“, hieß es als Beweis für die enge Verbindung der ehemaligen Wirtsleute mit der örtlichen Bevölkerung. Das ist nun vorbei. Brigitte Bock erläuterte, das sich die Vereine wohl helfen und beispielsweise im Feuerwehrgerätehaus feiern könnten, aber im Dorf fehle eben ein Anlaufpunkt. „Wir wünschen uns sehr, dass wieder ein Gasthaus in Bannetze aufmacht“, lautete ihre Hoffnung, und die Runde nickte zustimmend.

Von Udo Genth