Diskussion um Ortsräte

Winser Bürger sammeln 1400 Unterschriften

Der Plan der Verwaltung, die Ortsräte zu verkleinern, erzürnt viele Winser. Nun setzten sie sich zur Wehr.

  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 15. Sept. 2020 | 17:13 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 15. Sept. 2020 | 17:13 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Winsen.

Timm Schlosser, Carola Riekenberg und Klaus Schünemann hatten in den vergangenen Tagen nur ein Ziel: 544 Unterschriften sammeln, um den Beschluss, die Ortsräte zu verkleinern, wieder zu kippen. So viele würden benötigt, damit sich der Verwaltungsausschuss mit dem Anliegen befassen muss. Nun ist es soweit, denn es unterschrieben mehr als dreimal so viel Winser, als mindestens benötigt. „Wir haben es geschafft, in kürzester Zeit, weit mehr als 1400 Unterschriften zu bekommen“, verkünden die Initiatoren. „Das ist ein großartiges Ergebnis und bei zirka 10.000 Wahlberechtigten eine beträchtliche Menge.“

1400 Unterschriften in zwei Wochen

Das geschnürte Paket mit den unterschriebenen Papieren überreichten Schlosser und Schünemann gestern Nachmittag Bürgermeister Dirk Oelmann. Mit-Initiatorin Carola Riekenberg war aus privaten Gründen verhindert. „Wie viele sind denn zusammengekommen?“, wollte das Gemeindeoberhaupt wissen, als er den Stapel entgegen nahm. „Ungefähr 1400, ein paar könnten aber ungültig sein, weil persönliche Angaben fehlen“, sagte Südwinsens Ortsbürgermeister Schlosser. Kein Grund zur Beunruhigung. „Die erforderlichen 544 Unterschriften werden es definitiv sein. Wir haben es nun angeschoben, mehr können wir erstmal nicht tun.“

Kleine Ortsräte sollen effizienter sein

Die drei engagierten Bürger waren zwei Wochen lang durch Winsen und die Ortsteile gezogen. „Wir haben alle Unterschriften persönlich abgeholt und uns mit den Menschen drüber unterhalten“, berichtete Schlosser. „Beeindruckt hat mich, dass die Winser wirklich gut informiert waren und sich bereits damit auseinandergesetzt haben.“ Der Gemeinderat hatte im Juli mit knapper Mehrheit entschieden, dass die Ortsräte künftig nur noch fünf Mitglieder haben. Der Kernort, der 2021 einen eigenen Ortsrat bekommen sollte, wird diesen nicht erhalten. Begründet wurde das von der Ratsmehrheit um die SPD damit, dass die Ortsräte dann effizienter arbeiten könnten. Außerdem würden 14.000 Euro eingespart.

Bürgermeister Oelmann lobt Engagement

Bürgermeister Oelmann versprach den Initiatoren, dass die Thematik nun noch einmal in einer Ratssitzung diskutiert wird. „Das wird vermutlich im Dezember passieren, zuvor müssen wir alles noch einmal sorgfältig prüfen.“ Von dem Engagement seiner Gemeinde zeigte er sich begeistert: „Der Elan, mit dem die Sache hier angegangen wurde, finde ich beeindruckend. Ich würde mir wünschen, dass viel mehr Bürger öfter mal kämpfen, wenn ihnen etwas nicht passt.“