Neuer Rewe in Winsen?

Willibald darf bleiben

Aufatmen bei Willibald Runge an der Schlosserstraße. Die Gemeinde verzichtet auf ihr Vorkaufsrecht. Das Interesse an einem größeren Rewe-Markt bleibt.

  • Von Simon Ziegler
  • 31. Juli 2021 | 17:55 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 31. Juli 2021 | 17:55 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

Kehrtwende in Winsen: Rund zwei Wochen nach Bekanntwerden der Pläne für einen neuen Rewe-Markt hat die Gemeinde-Verwaltung gegenüber Anwohner Willibald Runge erklärt, das Haus an der Schlosserstraße doch nicht erwerben zu wollen. Das heißt: Der Senior, der seit 30 Jahren in dem Haus wohnt, kann bleiben. Ihm fiel ein Stein vom Herzen, als er die Nachricht erhielt. „Ich habe jetzt keine Angst mehr, dass ich ins Heim geschoben werde oder irgendwo teuer Miete zahlen muss“, sagte der 80-Jährige im Gespräch mit der CZ.

Gemeinde vermeidet Rechtsstreit

Bürgermeister Dirk Oelmann bestätigte, dass die Gemeinde von ihrem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch machen werde. „Dieses Grundstück ist in seiner Größe für eine eventuelle Vergrößerung des Marktes nicht relevant, so dass ein eventueller Rechtsstreit hierüber entbehrlich ist“, sagte der Verwaltungschef.

Abriss von Gebäuden steht im Raum

Kurz vor der Ratssitzung Mitte Juli war bekannt geworden, dass es Überlegungen gibt, den Rewe-Markt zu modernisieren. Dazu braucht der Supermarkt mehr Platz. Es müssten Parkplätze geschaffen werden, außerdem wird über eine Lieferantenzufahrt von der Schlosserstraße nachgedacht. Das könnte zur Folge haben, dass dort Gebäude abgerissen werden.

Konkret sollte es im Gemeinderat um eine Satzung gehen , die es der Gemeinde ermöglichen würde, Gebäude in dem Areal rund um den Rewe zu erwerben, sollten sie auf den Markt kommen. Die Pläne hatten für Kritik gesorgt. Anwohner Rene Höldke hatte zum Beispiel moniert, dass die Gemeinde die Anwohner gar nicht informiert habe. Im Fall seines Nachbarn Willibald Runge ist die Sache vertrackt: Der Mann lebt zwar seit 30 Jahren an der Schlosserstraße, hatte aber das Haus vor ein paar Jahren an einen Freund verkauft. Jetzt wollte er das Haus zurückkaufen. Nach dem Termin beim Notar kam heraus, dass die Gemeinde ihr Vorkaufsrecht ziehen wollte, obwohl die Satzung noch gar nicht verabschiedet war. Der Anwohner hatte das nicht akzeptiert und einen Anwalt eingeschaltet. „Warum nicht gleich so?, fragte jetzt Runge, den ganzen Ärger hätte man sich in seinen Augen ersparen können.

Thema ist nicht vom Tisch

Für Rene Höldke ändert sich gleichwohl nichts. Die Gemeinde hält an ihren Plänen fest. Das heißt: Die Satzung soll im Herbst Thema im Rat werden. Wenn sie verabschiedet wird, könnte die Gemeinde künftig von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen, sollte ein Haus zum Verkauf stehen.