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Winsen Bistum verschiebt Sparpläne
Celler Land Winsen Bistum verschiebt Sparpläne
13:53 13.06.2010
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Die C1-Kirchen im Bistum Hildesheim werden bis zur Erarbeitung eines neuen Berechnungschlüssels bei den Finanzzuweisungen an die Pfargemeinden berücksichtigt. Ein neues Finanzierungssystem werde spätestens bis zum Jahr 2014 in Kraft gesetzt, schreiben Generalvikar Werner Schreer und Domkapitular Adolf Pohner in einen Brief an die Kirchenvertreter vor Ort.

Bei den C1-Kirchen handelt es sich um die zweitletzte von vier Stufen einer Kategorisierung, die das Bistum vor gut einem Jahr vorgenommen hatte. Diese Kirchen – im Landkreis Celle nach jetzigem Stand die Gotteshäuser in Lachendorf, Wathlingen und Hermannsburg – erhalten demnach die kommenden Jahre weiterhin Finanzmittel aus Hildesheim, obwohl die Pfarrgemeinden die Kirchen langfristig selbst finanzieren sollen. Bernward Hundertmark vom Kirchenvorstand der St-Ludwig-Gemeinde in Celle, zu der Lachendorf gehört, sprach von einem „Zeitfenster, mit dem wir auf jeden Fall leben können“.

Wegen schrumpfender Finanzen und der sinkenden Zahl an Gläubigen sollen im Bistum 62 Gotteshäuser profaniert, also entweiht werden. In diese unterste Kategorie fällt im Kreis Celle inzwischen nur noch die Winser Kirche, nachdem Lachendorf und Wietze hochgestuft wurden.

●Winsen kämpft weiter: Die Winser Katholiken finden sich mit den Schließungsplänen aber immer noch nicht ab. In der vergangenen Woche fand zum ersten Mal ein so genannter „Wortgottesdienst zum Erhalt der Heilig-Kreuz-Kirche“ statt. 70 Gläubige seien zu dem Gottesdienst gekommen, darunter auch evangelische Mitbürger, teilten Vertreter der Kirchengemeinde mit. Der nächste Wortgottesdienst ist für den 12. März geplant.

Zudem wird Martin Wrasmann, Referent der Hauptabteilung Pastoral im Bistum, demnächst in Winsen erwartet, um sich ein Bild vom Gemeindeleben vor Ort zu machen. Es werde nachverhandelt, die Schließung sei noch nicht beschlossene Sache. Man sei in intensiven Gesprächen mit Hildesheim, heißt es aus Winser Kirchenkreisen. Dort wurde in der Vergangenheit immer wieder auf die vitale Kirchengemeinde und einen relativ hohen Anteil an jungen Gläubigen verwiesen, die sich in der Gemeinde engagierten. Diese Auffassung wurde bislang in Hildesheim allerdings nicht geteilt. Erst im Dezember hatte Domkapitular Pohner die bevorstehende Entweihung unter anderem damit begründet, dass die Zukunftsfähigkeit der Seelsorge in Winsen nicht gewährleistet sei.

●Seniorensingen: Auch am kommenden Sonnabend werden in der Winser Kirche wieder viele Menschen erwartet. Das Forum „WIR“ veranstaltet von 15 bis 17 Uhr ein Seniorensingen in dem katholischen Gotteshaus.