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Wietze Steinmetz macht mobil: Rollschuhe für das Taufbecken
Celler Land Wietze Steinmetz macht mobil: Rollschuhe für das Taufbecken
15:24 13.06.2010
Taufbecken auf Rollen: Pastor Andreas Risse (links) und Steinmetzmeister Peter Schaper präsentieren ihre Eigenkonstruktion im Altarraum der Kirche
Taufbecken auf Rollen: Pastor Andreas Risse (links) und Steinmetzmeister Peter Schaper präsentieren ihre Eigenkonstruktion im Altarraum der Kirche Quelle: Lothar H. Bluhm
Wietze

Als Architekt Rüdiger Hachtmann 1961 die Wietzer St. Michael-Kirche gebaut hat, waren ihm augenscheinlich auch drei Elemente wichtig, die er sozusagen aus einem Guss entworfen hat: Der Altar, die Kanzel und der Taufstein. Aus tonnenschwerem Obernkirchener Sandstein bilden die drei Objekte das einheitliche Ensemble für kirchliches Leben. Buchstäblich unverrückbar. Bis jetzt.

Es wäre gut, wenn wir den Taufstein bei Bedarf verschieben könnten, dachte Pastor Andreas Risse an Chorkonzerte, Krippenspiele, Jugendkirchentage oder andere kirchliche Großereignisse, die rund um den Altar mehr Raum für Mitwirkende beanspruchen. Wie sollte der 15 Zentner schwere Stein in Bewegung kommen ohne Ästhetik und Standsicherheit zu beeinträchtigen? Ganz wichtig ist uns, dass der Raum erhalten bleibt, gab Risse zu bedenken, als er in Zusammenarbeit mit dem Escheder Steinmetzmeister Peter Schaper erste Überlegungen anstellte.

Schaper kam seine vorhergehende Maschinenschlosserausbildung zu gute, denn er erinnerte sich an das Gesetz der Hebelwirkung und konstruierte nach einigem Nachdenken und Tüfteln ein festes Stahlgestell mit kräftigen Rollen und zwei 16 Millimeter starken Bolzen, die das Gewicht des Steines mit dem Messingbecken und dem Quarzsteingriff aufnehmen. Lediglich zwei Löcher wurden in Bodennähe in den Stein gebohrt, durch die die Bolzen geschoben werden. Küsterin Anneliese Folberth verwahrt den 24er Maulschlüssel sorgfältig, damit die Rollschuhe problemlos an- und abgebaut werden können. Schaper hat diese Aufgabe für den Gottesdienstausschuss einfach und gut gelöst: Nur für das Umsetzen selbst werden zwei Rollschuhe arretiert, die danach wieder abgebaut werden, lobt Risse die Arbeit des Steinmetzes. So bleiben Proportionen und Gesamteindruck des Taufsteins selbst erhalten.

Der Taufstein kommt demnächst wieder in Bewegung: Am Sonnabend, 6. Februar, findet um 19.30 Uhr ein Konzert des Chores Gospelworks statt. Der Eintritt ist frei.

Von Lothar H. Bluhm