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Wietze Fischtreppe am Bannetzer Wehr liegt trocken
Celler Land Wietze Fischtreppe am Bannetzer Wehr liegt trocken
13:34 13.06.2010
Claus-Friedrich Schrader macht am Zufluss der Fischtreppe auf den Wasserstand der Aller aufmerksam, der momentan nicht ausreicht, um den Pass zu fluten. Allerdings können Fische und Kleintiere zurzeit über die Staustufe gelangen, da der Stau gelegt ist.
Claus-Friedrich Schrader macht am Zufluss der Fischtreppe auf den Wasserstand der Aller aufmerksam, der momentan nicht ausreicht, um den Pass zu fluten. Allerdings können Fische und Kleintiere zurzeit über die Staustufe gelangen, da der Stau gelegt ist. Quelle: Lothar H. Bluhm
Hornbostel

„Uns ist aufgefallen, dass die Anlage aufgrund der Staulegung des Schlauchwehres bei dem jetzigen Wasserstand absolut funktionsuntüchtig ist“, moniert Schrader beim Verdener Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA). Der Einlauf des Fischpasses im Oberwasser sei auf einer geschätzten Länge von 20 Metern völlig ohne Wasser und für Fische und andere im Wasser lebenden Individuen total unpassierbar.

Dabei zeigte man sich mit der Planung und Realisierung der Fischwanderhilfe noch vor kurzem hochzufrieden. „Wir gehen nicht davon aus, dass die jetzige Situation einen Betriebszustand darstellt, der in den Planungsunterlagen zum Neubau der Anlage angestrebt wurde“, mutmaßt Schrader. „Beim gegenwärtigen Wasserstand, bei dem das gelegte Schlauchwehr vom Wasser überströmt wird, ist die aquatische Passierbarkeit für Fische in beide Richtungen gesichert.“ Nur was ist, wenn das Wasser wieder angestaut wird, für den Betrieb der Fischtreppe aber nicht ausreichend ist?

„Wir haben Mitte Dezember – entsprechend unserer Zusagen im Genehmigungsverfahren und gegen unsere eigenen Vorstellungen – den Stau in Bannetze gelegt. Allen am Genehmigungsverfahren beteiligten Institutionen waren gewisse Einschränkungen in der Funktionsweise der Fischwanderhilfe bekannt“, betont WSA-Leiter Thomas Rumpf.

In einem über vierstündigen Sitzungsmarathon wurde seinerzeit die Konzeption vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Lüneburg mit allen beteiligten Behörden, Institutionen und Verbänden erarbeitet – und schließlich vom WSA umgesetzt.

Nach Berechnungen fließen rund 44 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über das neue Schlauchwehr, aber nur 1,5 Kubikmeter durch die Fischtreppe. Nur deutlich mehr Wasser würde die Effektivität der Fischtreppe erhöhen, meinten im Vorfeld des

Neubaus Fischereiexperten. „Nach unserer Interpretation ist dies ein absolut unhaltbarer Zustand“, protestiert Schrader beim WSA.

„Wir haben Ende letzten Jahres Kontakt mit dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) aufgenommen, um dieses Thema noch einmal zu erörtern: In einer schriftlichen Stellungnahme nimmt das LAVES von der Forderung einer starren Staulegung zwischen Dezember und März Abstand“, stellt Rumpf klar. Den Stau habe man aktuell zwar noch nicht errichtet, man werde es aber unverzüglich vornehmen, sobald es die Witterungslage und der „frische“ Bauwerkszustand des Fischpasses zulassen. Für Schrader stellt sich die Frage, welches Stauziel erreicht werden muss, um den Fischaufstieg garantieren zu können.

Von Lothar H. Bluhm