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Wietze Erst Schlachthof, dann KGS?
Celler Land Wietze Erst Schlachthof, dann KGS?
15:03 13.06.2010
Von Simon Ziegler
Karikatur Frassl: Wietze Schlachthof
Karikatur Frassl: Wietze Schlachthof Quelle: nicht zugewiesen
Wietze

Es war eine Bemerkung, die quasi nebenbei fiel, die aber trotzdem hat aufhorchen lassen. Am Montagabend warb Celles Landrat Klaus Wiswe auf der Informationsveranstaltung zum Geflügelschlachthof in Wietze um Zustimmung für die Ansiedlung der Firma Rothkötter. Und Wiswe sagte während der Diskussion, dass ein Erstarken der Wirtschaft mit mehr Kindern in der Region verbunden sei. „Dann müssen wir uns auch Gedanken über neue Schulstrukturen im Westkreis machen, von mir aus auch eine Gesamtschule“, so Wiswe.

Der Schlachthof als Geburtshelfer für eine KGS im Westkreis? Damit hatte keiner gerechnet. Nachvollziehbar ist die Überlegung allemal, findet der Winser Ratsherr Maximilian Schmidt, der in Wietze anwesend war. „Das hatte ich nicht erwartet, das ist ein neues Signal des Landrates“, sagte Schmidt gestern der CZ. Mit dem Schlachthof – Schmidt sprach sich für die Ansiedlung aus – sei denkbar, dass die Anmeldezahlen für eine Gesamtschule in Winsen über einen Zeitraum von 14 Jahren, wie von der Landesschulbehörde in Lüneburg gefordert, locker ausreichten, so der Kreistagsabgeordnete. Wietze selbst war für eine KGS nie im Gespräch. Die Gemeinde dürfte als Standort der Grund-, Haupt- und Realschule aber ebenfalls gestärkt werden.

Einer KGS in Winsen hatte der Celler Kreistag im Juni vorerst eine Absage erteilt. Zuvor hatte die Schulbehörde mitgeteilt, dass die Schülerzahlen im Westkreis langfristig für eine KGS nicht ausreichten. Die Forderung nach einer Gesamtschule ist in Winsen allerdings immer noch aktuell. Erst gestern Abend wollte der dortige Schulausschuss über einen neuen KGS-Antrag beraten.

Durch den Schlachthof sollen in Wietze in den kommenden Jahren mehrere hundert Arbeitsplätze entstehen. Eine Schlachtlinie bringt zunächst 250 Jobs im Einschicht-Betrieb, die Umstellung auf zwei Schichten könnte diese Zahl der Arbeitsplätze verdoppeln. Durch eine zweite Schlachtlinie könnten langfristig bis zu 1000 Jobs entstehen.

Schlachthof-Gegner: Die „Bürgerinitiative für den Erhalt des Aller-Leine-Tals“ trifft sich heute um 18 Uhr zu einer Informationsveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus Hornbostel (Helene-Segelke-Platz). Dort erhalten Bürger ungeschönte Wahrheiten, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Initiative hat inzwischen rund 75 Mitglieder und will die Ansiedlung des Großprojektes verhindern.