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Südheide Vollendete Tatsachen statt informativer Einblicke
Celler Land Südheide Vollendete Tatsachen statt informativer Einblicke
14:50 13.06.2010
Maria Taal (Hermannsburg): Keramikfigur "Stolz" -
Maria Taal (Hermannsburg): Keramikfigur "Stolz" - Quelle: Rolf-Dieter Diehl
Unterlüß

MÜDEN. Doch wie schon in den vergangenen Jahren haben sie es auch dieses Mal nicht verstanden, die Wünsche des Publikums zur Maxime ihrer Veranstaltung zu machen.

Aquarelle und Ölgemälde, Schmuck und Keramik, Seidenmalerei und Produkte aus Schnuckenwolle sowie Holz- und Metallobjekte zogen zwar neugierige Blicke auf sich. Und die ausgestellten Arbeiten verdienten und erzielten auch ein hohes Maß an Bewunderung und Anerkennung. Viele Fragen der großen und kleinen Besucher zeigten darüber hinaus, wie groß das Interesse der „Kunden“ ist, den Wert der Kunst ermessen und schätzen zu lernen. Doch nur in den wenigsten Ateliers – etwa bei den Keramikkünstlern Maria und Cor Taal in Hermannsburg – hatten die wissensdurstigen Besucher die Möglichkeit, den Entstehungsprozess eines Kunstwerks aus nächster Nähe zu verfolgen und den Künstlern bei den einzelnen Arbeitsschritten über die Schulter zu schauen. In den meisten Fällen wurden vielmehr statt informativer Einblicke in die Ateliers nur die fertigen Produkte ausgestellt und zum Kauf angeboten. Damit wurde zwar wieder einmal die enorme Bandbreite künstlerischer Aktivitäten in unserer Region veranschaulicht, aber es wurde auch erneut die Chance vertan, sich dem Publikum vor allem als Künstler und nicht nur als Verkäufer zu präsentieren. Das Künstlerdorf Worpswede, dem man als das „Worpswede der Südheide“ so gern nacheifern möchte, hat es – ebenfalls an diesem Wochenende – vorgemacht und bei seinem „Offenen Atelier-Wochenende“ in rund 70 Ateliers quasi öffentlich gezeichnet, gemalt, geschnitzt und getöpfert. Mit einer enormen Resonanz, die zur Nachahmung anregen müsste.

Von Rolf-Dieter Diehl