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Südheide Schlittenfahrt durch Weihnachtswelt in Hermannsburg
Celler Land Südheide Schlittenfahrt durch Weihnachtswelt in Hermannsburg
17:28 18.12.2015
Hermannsburg

Zu einem begeisternden Musikerlebnis wurde das Weihnachtskonzert des Christian-Gymnasiums Hermannsburg am Donnerstag in der Großen Kreuzkirche. Rund 200 Musikanten gaben sich dabei die sprichwörtliche Klinke in die Hand, wenn sie – auf acht Ensembles verteilt und teilweise auch mehrfach aktiv – im Altarraum Aufstellung nahmen. „Mit der eigenen Freude an der Musik haben unsere Lehrkräfte Begeisterung geweckt, und mit Eifer und zunehmendem Lampenfieber haben sich die Schülerinnen und Schüler auf dieses Konzert vorbereitet“, berichtete Schulleiterin Mette-Bonde Schmid-Hennies.

In den Beiträgen kannte die Vielfalt keine Grenzen. Und die Besucher ließen sich gerne mitnehmen in die vorweihnachtliche Stimmung, erzeugt durch eine festlich-vergnügliche Programmfolge, in der ihnen eine abwechslungsreiche Schlittenfahrt durch die Musik der Weihnachtswelt geboten wurde, von Mozarts „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ über Maierhofers „The Little Light of Mine“ bis zu Vivaldis „winterlichem Tanz“. Darunter so manches zu Herzen gehende Lied wie der aus Zaire stammende Chorsatz „Große Freude in allen Herzen“, in dem von der Chorklasse 5, also den jüngsten Interpreten, mit beseelten Solopassagen und großer Empathie der „Frieden auf der ganzen Welt“ herbeigesungen wurde. Und Maierhofers vom Unterstufenchor vorgetragenes „Eisblumen“-Lied bewies, wie textbezogen auch die Jüngsten schon zu interpretieren verstehen.

Nicht nur für die Zuhörer geriet der Abend zum Erlebnis. Auch für viele Neulinge unter den Akteuren war der Blick vom Altarraum in die Tiefe des voll besetzten Kirchenschiffs und das Erleben, nach intensiver Vorbereitung nun live vor so großem Publikum zu singen und zu spielen, eine unbeschreibliche Erfahrung.

Doch unter der wechselnden Leitung von Annette Busch, Inga Lange, Magdalena Großelümern und Jochen Gros legten die fünf Chöre, drei Bläser-Ensembles und das Kammerorchester nicht nur ihre anfangs noch spürbare Nervosität ab, sondern wuchsen mitunter quasi über sich hinaus und sorgten für ein von Beginn an begeistert mitgehendes Publikum, was sich nicht nur in den Mitsing-Liedern wie „Tochter Zion“ bemerkbar machte.

Aber es ging auch ohne Musik, wie die von Sebastian Salie betreuten „Örtzepoeten“ zwischen den Liedern bewiesen. Etwa als sie mit humorvollem Augenaufschlag die Erlebnisse einer Schneeflocke auf dem Weg zu den Menschen beschrieben, deren weihnachtliche Kerzenlicht-Atmosphäre sie „zum Dahinschmelzen“ fand.

Am Ende formierten sich Chöre und Instrumentalisten gemeinsam zu einem grandiosen Finale und ließen das Publikum mit Bachs „Nun danket alle Gott“ in Festtagsstimmung sinken.

Von Rolf-Dieter Diehl