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Südheide Kanadier suchen Öl im Celler Boden
Celler Land Südheide Kanadier suchen Öl im Celler Boden
06:55 22.12.2015
Große Bohrtürme wie im Erdölmuseum werden zunächst in der Heide stehen. Das kanadischen Unternehmen wird erst mal theoretisch die Lage sondieren. 
Große Bohrtürme wie im Erdölmuseum werden zunächst in der Heide stehen. Das kanadischen Unternehmen wird erst mal theoretisch die Lage sondieren.  Quelle: Anne Friesenborg
Weesen

Der Ölpreis fällt und fällt. Derzeit scheint es wenig lukrativ, nach neuen Lagerstätten zu suchen. Doch eine kanadische Firma will jetzt trotzdem im Celler Boden nachschauen, ob dort nicht doch noch förderfähige Reserven liegen.

Wie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mitteilte, hat die Behörde eine Aufsuchungserlaubnis für Erdöl und Erdgas im „Erlaubnisfeld Weesen“ gegeben. Das Feld ist etwa 378 Quadratkilometer groß und berührt die Landkreise Celle, Uelzen, Gifhorn und Heidekreis. Bis zum 30. November 2020 hat Vermilion Energy Germany Zeit für die Suche. Das Unternehmen ist eine Tochter des kanadischen Energieunternehmens Vermilion Energy mit Sitz in Calgary.

Allerdings bedeutet das laut dem LBEG noch nicht, dass bereits kommendes Jahr große Bohrtürme in der Region aufgestellt werden. Zunächst müssen theoretische Hausaufgaben gemacht werden. „Dafür werden beispielsweise geowissenschaftliche Daten über den Untergrund eingekauft“, schreibt das LBEG.Fällt die Recherche positiv aus, kann das Unternehmen Betriebspläne für technische Erkundungsmaßnahmen wie seismische Untersuchungen oder Bohrungen bei der Behörde einreichen.

Aber auch das bedeutet noch keine Förderung. Über diese Betriebspläne entscheidet die Bergbehörde unter Beteiligung der betroffenen Gemeinden als Planungsträger sowie den Landkreisen als untere Wasserbehörde. Dabei sollen auch Umweltbelange wie Wasserrecht, Naturschutzrecht und Immissionsschutzrecht einbezogen werden.

Die Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden (Grüne) befürchtet, dass „am Ende auch die hochriskante Fracking-Technologie zum Einsatz kommen könnte, um noch mehr Erdöl und Erdgas aus dem Boden zu pressen“. Angesichts der unkalkulierbaren Risiken der Fracking-Technologie für Umwelt und Gesundheit sei das ein fatales Signal. Trotz aller Bedenken der Bevölkerung sicherten sich also auch in Deutschland Unternehmen weiterhin Gebiete, damit das Geschäft mit Fracking weitergehen könne, so Verlinden.

Das Unternehmen weist diese Mutmaßung zurück. „Wir führen in Deutschland kein Schiefergasfracking durch und werden es auch in Zukunft nicht tun. Das schließt Weesen mit ein“, sagte ein Sprecher des Unternehmens der CZ. Ob und wann das Unternehmen vor Ort agieren wird, konnte er noch nicht sagen. Auch Aussagen zu möglichen Investitionen vor Ort seien derzeit noch nicht möglich.

Von Tore Harmening