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Südheide Hermannsburg wartet auf den „Ort der Vielfalt“
Celler Land Südheide Hermannsburg wartet auf den „Ort der Vielfalt“
14:45 13.06.2010
Hermannsburg

Mit gestärkter Zusammenarbeit zwischen einzelnen Interessengruppen will Hermannsburg künftig dem Rechtsextremismus begegnen. Auf Initiative von Bärbel Dethlefs, Mitglied im Hermannsburger Gemeinderat für die Grünen, hat sich die Gemeinde um den Titel „Ort der Vielfalt“ beworben.

Bürgermeister Axel Flader hatte den Vorschlag von Beginn an begeistert aufgenommen. „Damit wurden bei mir offene Türen eingerannt“, erinnert sich Flader. „Der Rat hat die Bewerbung um den Titel in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen und noch vor Weihnachten sind die Bewerbungsunterlagen verschickt worden.“

Teil der Bewerbung ist eine Erklärung für Vielfalt, Toleranz und Demokratie. Darin verpflichten sich teilnehmende Orte und Gemeinden zur Förderung von demokratischen Werten, Toleranz und sozialem Engagement. Außerdem schreiben sie sich als Leitziel das entschlossene Handeln gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und damit zusammenhängende Gewalt auf die Fahnen.

„Außerdem mussten wir noch diverse Fakten über die Arbeit und Einrichtungen in unserer Gemeinde auflisten“, so Flader. „Die Bewerbung war schon sehr umfangreich. Jetzt hoffen wir auf einen positiven Bescheid.“

Hermannsburg wäre der erste „Ort der Vielfalt im Kreis Celle. In benachbarten Landkreisen wurden bisher bereits Lüneburg, Bomlitz oder auch Lehrte mit diesem Prädikat ausgezeichnet. Initiatorin Bärbel Dethlefs hofft nun, dass die Gemeinde berücksichtigt wird. „Es gibt in Hermannsburg ja schon viele gute Initiativen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen“, so Dethlefs. „Das wollen wir über die Auszeichnung gerne ausbauen und miteinander vernetzen.“

In einem nächsten Schritt sollen nun alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden und schließlich die weitere Arbeit besprochen werden. „Dazu müssen wir aber zunächst abwarten, wie das Ergebnis unserer Bewerbung ausfällt“, erklärt Bürgermeister Flader. „Gegebenenfalls müssten wir noch nacharbeiten.“ Es gehe dabei nicht darum, sich einen netten Titel zu verschaffen. Die konkrete Arbeit gegen Extremismus jeder Art solle stets im Mittelpunkt stehen. Flader: „Bei Gerhus haben wir doch gesehen, wie schnell man ganz plötzlich mit dem Rücken zur Wand stehen kann. Für uns kann daher nur gelten, dass wir uns vernetzen und künftig geschlossen gegen so etwas vorgehen. Gemeinsam kann das Streben gegen Rechtsextremismus nur stärker werden.“

Von Björn Schlüter