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Südheide In Unterlüß wird der Zwangsarbeiter gedacht
Celler Land Südheide

Gedenken an NS-Opfer: Neue Gedenkstätte für Zwangsarbeiter in Unterlüß

11:35 21.05.2021
Von Andreas Babel
Bei der Einweihung: (von links) Verwaltungsvize Rainer Vogeler, Monika Oetke und Hendrik Altmann als Vertreter des Arbeitskreises „Tannenberglager“, Bürgermeisterin Katharina Ebeling und Manfred Mäule als Vertreter der Firma Rheinmetall.
Bei der Einweihung: (von links) Verwaltungsvize Rainer Vogeler, Monika Oetke und Hendrik Altmann als Vertreter des Arbeitskreises „Tannenberglager“, Bürgermeisterin Katharina Ebeling und Manfred Mäule als Vertreter der Firma Rheinmetall. Quelle: Gemeinde Südheide
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Unterlüß

Mit einer neuen Gedenkstätte soll in Unterlüß an die Lager der NS-Gewaltherrschaft und insbesondere an das sogenannte Tannenberglager, als Außenstelle der KZ Bergen-Belsen, erinnert werden. Dazu hatte sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich aus Vertretern der Firma Rheinmetall, Vertretern des Arbeitskreises „Tannenberglager“ und der Gemeinde Südheide zusammensetzt. Die Arbeitsgruppe engagiert sich seit über zwei Jahren an der Aufarbeitung der Geschichte der Lager in Unterlüß und konzipierte zunächst vier Gedenktafeln, die künftig einen Anlaufpunkt für die Auseinandersetzung mit der örtlichen Geschichte bilden.

In Parkanlage an Müdener Straße

Die neue Gedenkstätte befindet sich in der Parkanlage an der Müdener Straße, gegenüber der Einmündung Neuensothriether Straße. Die Fläche wurde durch die Gemeinde Südheide errichtet, die Kosten für die Gedenktafeln und die Beleuchtung wurden von der Firma Rheinmetall getragen. Der Arbeitskreis „Tannenberglager“ stiftete die Sitzmöglichkeiten. Die redaktionelle Ausgestaltung erfolgte in Eigenregie der Arbeitsgruppe.

Rheinmetall unterstützt Forschung

Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Armin Papperger sagte aus diesem Anlass: „Wir stellen uns unserer Verantwortung. Dies wollen wir mit der finanziellen und inhaltlichen Beteiligung Rheinmetalls an dieser wichtigen Gedenkstätte für das Schicksal der Zwangsarbeiter zum Ausdruck bringen. Nie wieder Auschwitz – in diesem Geiste wollen wir dazu beitragen, dass das Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft wachgehalten wird. Daher unterstützen wir auch seit vielen Jahren eine unabhängige und freie historische Forschung zu diesem Thema.“

Einweihung für alle soll nachgeholt werden

Am 76. Jahrestag der Befreiung von Unterlüß, am 13. April, wurde die neue Gedenkstätte – Corona-bedingt im kleinen Kreis mit Vertretern der Arbeitsgruppe – an die Öffentlichkeit übergeben. Die Beteiligten möchten mit der Errichtung der Gedenkstätte an das Leid der im Dritten Reich in den Lagern inhaftierten Zwangsarbeiter gedenken und für die heutigen sowie die kommenden Generationen einen geeigneten Zugang zur Geschichte schaffen. Die Einweihung der Anlage für die Öffentlichkeit soll später nachgeholt werden, teilte die Gemeinde erst gestern, immerhin schon gut fünf Wochen nach der offiziellen Einweihung, mit.

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