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Südheide FDP Südheide kritisiert Abriss der Hogrefe-Brücke
Celler Land Südheide FDP Südheide kritisiert Abriss der Hogrefe-Brücke
17:57 11.12.2015
Die Brücke nahe des Haus Hogrefe ist bereits gesperrt. Bald soll sie ganz verschwinden. 
Die Brücke nahe des Haus Hogrefe ist bereits gesperrt. Bald soll sie ganz verschwinden.  Quelle: Udo Genth
Hermannsburg

Noch steht die Brücke über die Örtze beim Haus Hogrefe. Doch derzeit sieht es so aus, als ob das nicht mehr allzu lange der Fall sein sollte. Denn die Politik in Hermannsburg hat sich im Bauausschuss mehrheitlich gegen einen Ersatz des maroden Bauwerks ausgesprochen. Die FDP kritisiert das in scharfer Form.

Grundlage für die Ablehnung ist eine Untersuchung der Verwaltung. Diese kommt zu dem Schluss, dass „ein Neubau der Brücke eine zusätzliche freiwillige Leistung ist“. Im Rathaus werden die Kosten für den Ersatz der Brücke auf rund 110.000 Euro geschätzt, darin nicht enthalten seien Planungs- und Bodenarbeiten sowie rechtliche Anträge. Zwar gibt es keine direkte Empfehlung für den Nichtbau, allerdings weist die Vorlage sehr deutlich daraufhin, dass es „zwischen den Brückenabschnitten der Hauptbrücken in Hermannsburg und Oldendorf noch vier weitere Brücken, also insgesamt sechs Brücken in diesem Abschnitt“ gibt.

Für die CDU liegt der Fall damit klar. Zwar wollte Gerhard Siegmann (CDU) nicht generell einen Ersatz ausschließen, „momentan sieht es aber so aus, als ob das Thema erstmal tot ist“, so Siegmann. Zum einen liege das daran, dass die Gemeinde Südheide sehr viele andere Projekte auf dem Zettel stehen habe, zum anderen „hatte man nicht den Eindruck, dass in den vergangenen Monaten noch sehr viel Engagement durch die Initiative gezeigt wurde, die zu Beginn 1300 Unterschriften gesammelt hatte“, so Siegmann.

Für die FDP ist diese Entscheidung ein Unding. „Rat und Verwaltung haben eine Klärung der Rahmenbedingungen wie FFH-Verträglichkeit, Wasserrecht und Wegerecht zugesichert, um anschließend weiter zu beraten“, sagt der stellvertretende Ortsverbandsvorsitzende Edmund Riggers. Dass die CDU-Fraktion im Bauausschuss nach dem Sachstandsbericht gleich den Abriss ohne Ersatz beantragt habe, müsse jeder der Befürworter als Täuschung empfinden. Die Aussage, dass ja niemanden die Sperrung gestört habe, weil niemand das Thema angesprochen habe, sei falsch. „Die Bürger haben nur dem Rat und der Verwaltung vertraut und auf das Ergebnis der Untersuchung gewartet, so Riggers. Die Lehre für die Zukunft müsse also sein, dass die Bürger Rat und Verwaltung mit ständigen Nachfragen drangsalieren müssten, wenn sie in ihrem Anliegen ernst genommen werden wollen.

Die SPD unterstützt die Haltung der CDU. „110.000 Euro ist ein Batzen Geld und wir haben eine Menge Brücken“, sagt der Ausschussvorsitzende Hans-Jürgen Rosenbrock. Es gebe zudem viele andere Projekte, die angepackt werden müssen.

Wie Bauamtsleiterin Katja Ebeling sagte, wird die Verwaltung in den nächsten Wochen schauen, ob die Brücke einfach abgerissen werden kann. „Unter anderem ist die Zuwegung nicht ganz einfach und es muss berücksichtigt werden, dass es sich um ein Naturschutzgebiet handelt“, sagt Ebeling. Derzeit gibt es noch keine Schätzung, wie viel dieser Abriss kosten wird. Sollte die Summe sehr hoch sein, müsste die Politik einen Weg der Finanzierung finden. Im Haushalt für 2016, der am Dienstag, 18 Uhr, in der Kantine von Rheinmetall, durch den Rat Südheide verabschiedet wird, gibt es dafür zunächst keinen Ansatz. Laut Ebeling könnte es aber theoretisch auch möglich sein, den Abriss über andere nicht ausgeschöpfte Ansätze zu decken.

Von Tore Harmening