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Südheide So arbeitet ein Zerspanungsmechaniker
Celler Land Südheide

CZ-Serie: Ausbildung zum Zerspannungsmechaniker bei Rheinmetall

14:11 27.12.2020
Er erlernt den Beruf des Zerspanungsmechanikers in Unterlüß: Florian Hilmer an einer der modernsten Ausbildungsmaschinen weit und breit. Quelle: Lothar H. Bluhm
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Unterlüß

Der Hermannsburger Florian Hilmer mag Fantasy-Bücher. „Die Zwerge” von Erfolgsautor Markus Heitz haben es ihm angetan. „Das ist richtig gut für die Freizeit“, sagt der 20-Jährige, der zurzeit im zweiten Ausbildungsjahr den Beruf des Zerspanungsmechanikers bei Rheinmetall erlernt. Dazu gehört gleich zu Beginn im ersten Lehrjahr das Feilen: „Genau. Ich habe bereits drei Würfel gefeilt. Millimetergenau“, berichtet Hilmer über die Arbeit mit der Metallfeile. „Leider habe ich mich einmal bei den Augen des Würfels vertan…“

CNC-Drehmaschine als Arbeitsgerät

Fräsen, Drehen und Bohren zählt zu seinen Arbeitsfeldern. Jetzt erlernt er an der Drehmaschine verschiedene Arbeitstechniken: „Ich finde sehr schön, aus einem Block Stahl etwas zu schaffen, das eine ganz andere Funktion bekommt.“ Geschickt legt er das Werkstück in die CNC-Drehmaschine DMG-MORI ein. „Das Bedienen der CNC-Maschinen erfordert einige Zeit der Einarbeitung. Wenn man die Maschine aber verstanden hat, ist das toll“, schwärmt Hilmer.

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Neueste Technik bei Rheinmetall

In der Ausbildungswerkstatt des Technologiekonzerns Rheinmetall in Unterlüß steht seit 2017 wohl die neueste Maschine in der Region. „Davon können viele Ausbildungsbetriebe nur träumen“, schwärmt Ausbildungsleiter Thomas Meyer. Er bildet gemeinsam mit seinem Team und den Abteilungen in der Produktion Jahr für Jahr rund 60 Auszubildende in acht Berufen aus: „Das bedeutet: Jedes Jahr neue Gesichter, jedes Jahr neue Planung.“ Der Förderung und Weiterentwicklung der ihm anvertrauten jungen Leute gilt sein Hauptaugenmerk. „Viele kommen als Schüler und gehen als junge Erwachsene“, fasst Meyer die Entwicklung der Auszubildenden in den meistens drei Jahren mit einem Schmunzeln zusammen. Dadurch sei er immer auf dem neuesten Stand, denn auch er lerne viel von den jungen Leuten. Seien es Neuerungen in der Technik oder Entwicklungen in der Sprache. „Wir alle stehen hinter der Ausbildung und unterstützen, wenn es erforderlich ist.“

"Irgendwas mit Händen schaffen"

Florian Hilmer besuchte bis zur zehnten Klasse das Christian-Gymnasium in Hermannsburg und wechselte danach für ein Jahr an die Berufsfachschule Metalltechnik am Lönsweg. Schon in vorhergehenden Ferien und während Schulpraktika hatte er in verschiedene Jobs hineingeschnuppert. Auch in den Beruf des Zimmerers. „Ich möchte etwas mit den Händen schaffen“, wurde Hilmer dabei klar.

Lehrer brachte ihn auf Idee

Bewusst wurde ihm aber auch, dass er nicht direkt im Handwerk von Haus zu Haus arbeiten möchte, sondern eher in der Industrie. Zunächst dachte er an eine Ausbildung als Mechatroniker bei der Osthannoverschen Eisenbahn, durch Vermittlung der Lehrer sei er aber auf die Ausbildung bei Rheinmetall aufmerksam geworden. „Da schrieb ich die Bewerbung – und es hat geklappt.“

Weiterbildung nach der Ausbildung

Nach Ende seiner Lehre möchte sich Florian Hilmer fachlich weiterbilden, vielleicht das Fachabitur nachmachen. „Interessant wären auch der Bereich Maschinenbau, die Entwicklung und die Produktion“, sagt er. Vielleicht komme er mit einem Dualen Studium, das durch seine Firma gefördert wird, weiter. Nicht ausgeschlossen sei aber auch die Weiterbildung zum Meister, sagt Hilmer, der sich durchaus ein Bachelor-Studium vorstellen kann. „Das würde durch uns auch gefördert werden“, ermuntert Thomas Meyer den Auszubildenden Hilmer zum Nachdenken. „Ich kann mir aber auch vorstellen, innerhalb des Konzerns nach Bremen oder Hamburg zu wechseln, in die Bereiche Electronic Solutions oder Simulation.“

Praxisnahe, abwechslungsreiche Ausbildung

„Wir finden den besten Weg für unsere Azubis“, steht für Personalreferentin Jana Möller fest. „Denn aufgrund der Gegebenheiten in unserer Produktion können wir unseren Auszubildenden eine sehr große Bandbreite an Möglichkeiten bieten. Die Ausbildung ist besonders praxisnah und wird intensiv von engagierten Mitarbeitern betreut.“ Es gebe vielfältige Möglichkeiten, die einem auch einen Blick über den Tellerrand hinaus gewähren. „Die starke Praxisnähe und die gute Betreuung: Wir bieten eine attraktive Mischung von mittelständischem Unternehmen und der Atmosphäre eines internationalen Konzerns.“

Von Lothar H. Bluhm

Weitere interessante Porträts von Auszubildenden und ihren
Berufen gibt es unter
www.cellesche-zeitung.de

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