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Südheide Astrid Reisdorff sucht nach historischen Bildern des Hofguts Beckedorf
Celler Land Südheide Astrid Reisdorff sucht nach historischen Bildern des Hofguts Beckedorf
13:06 13.06.2010
Antiquitäten und historische Einrichtungsgegenstände machen den Charme des Hofgut Beckedorf aus.
Antiquitäten und historische Einrichtungsgegenstände machen den Charme des Hofgut Beckedorf aus. Quelle: Torsten Volkmer
Beckedorf

„Wann der Hof erbaut ist, darüber scheiden sich die Geister“, erzählt Astrid Reisdorff. Die Inhaberin des Café-Restaurants auf dem Hofgut Beckedorf ist sich bewusst, an historischer Stätte zu arbeiten: „Ob nun aus dem 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts, der Hof steht schon lange unter Denkmalschutz und hat sehr viel Flair.“ Über rundes und kantiges Kopfsteinpflaster gelangt man auf das Grundstück. Zwischen hohen alten Bäumen stehen die einzelnen Gebäude. Ein Pfosten an der Hofeinfahrt zeigt das Jahr 1933 oder 38, ganz erkennen kann man das nicht mehr. „Ich denke, dass diese Zahl das Jahr zeigt, in dem die Einfahrt neu gestaltet wurde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Hof aus dieser Zeit ist“, so Reisdorff. Die Restauranteigentümerin hat durch ihren Schwiegervater Bruno eine ganz besondere Verbindung zu dem Gehöft. „Als junger Mann habe ich hier den Bauern beim Abladen von Stroh und Heu geholfen“, erklärt der Rentner. „Hier waren große Flügeltüren in der Scheune, die Männer haben hier gedroschen und hart gearbeitet.“ Seiner Schwiegertochter hat er verraten, dass „die heutige Küche einmal das Strohlager war.“

Mitte der 80er Jahre ist die Scheune einem Brand zum Opfer gefallen. „Es war wohl viel kaputt, an den Dachsparren kann man sehen, wo neue Teile eingesetzt wurden“, so Reisdorff. „Die alten sind nicht so grade, wie die neuen.“ Kurz vor oder nach dem Brand haben die ehemaligen Hofbesitzer alles verkauft und die einzelnen Gebäude wurden nach und nach umgebaut. „Im Haupthaus sind Wohnungen entstanden, der ehemalige Kuhstall steht noch leer, aber die Stallungen, wo einst Hühner, Schweine und Gänse gelebt haben, werden heute als Atelier genutzt“, beschreibt Reisdorff. Der kleine mit Weinranken bewachsene historische Pavillon, der vor dem neuen Atelier zu finden ist, sei allerdings nicht schon immer ein Teil des Hofes gewesen. „Den hat der neue Verpächter von anderer Stelle hier auf dem Hof neu aufbauen lassen“, erklärt Reisdorff. „So verschönert der Verpächter mit allerlei alten Dingen die Hofanlage, sowohl von außen als auch innen.“

Die Scheune, in der seit 2002 das Restaurant seinen Platz hat, ist ein wahres Schmuckstück. Antiquitäten, historische Möbel und urige Lampen aus alten Kannen, machen den Charme des Gebäudes aus. „Ich versuche die Atmosphäre dem denkmalgeschützten Gebäude anzupassen“, so Reisdorff. Sehr traurig findet die Inhaberin des Restaurants, die Tatsache, dass es keine historischen Aufnahmen des alten Gehöfts gibt. „Ich habe lediglich eine Fotografie von einem Gast erhalten, die die Scheune kurz vor dem Brand zeigt. Was mich daran aber sehr wundert, ist, dass das heutige Haupthaus auf dem Bild von außen verbrettert ist. Ein Rätsel.“ Heute zeigt sich das Gebäude in einem Fachwerkgewand: „Ich nehme an, dass erst im Rahmen der Umgestaltung das Fachwerk freigelegt wurde. Ich würde mich freuen, wenn vielleicht mehr Menschen historische Aufnahmen des Hofes entbehren könnten.“

Antiquitäten und historische Einrichtungsgegenstände machen den Charme des Hofgut Beckedorf aus. Fotos: Volkmer

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Restaurant. Kleines Foto: Restaurant-Inhaberin Astrid Reisdorff.

4 Hofgut Beckedorf

Von Jasmin Nemitz