Mutter brutal getötet

Wathlingen und Burgdorf nach Messerattacke unter Schock

Fassungslosigkeit und Trauer herrschen nach dem gewaltsamen Tod einer Mutter (35) aus Wathlingen. Gegen ihren Ehemann wird wegen Mordes aus Heimtücke ermittelt. Wie Zeugen die Tat erlebt haben, was Bekannte sagen und welche Fragen noch offen sind.

  • Von Simon Ziegler
  • 04. Mai 2022 | 18:17 Uhr
  • 12. Juni 2022
Am Tatort wurden am Mittwoch Kerzen aufgestellt.
  • Von Simon Ziegler
  • 04. Mai 2022 | 18:17 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Wathlingen.

Eine tödliche Messerattacke sorgt für Fassungslosigkeit in Burgdorf und Wathlingen. Am Dienstagnachmittag war eine 35-jährige Frau in der Innenstadt von Burgdorf erstochen worden. Sie erlag ihren Verletzungen noch am Tatort. Dringend tatverdächtig ist ihr 37-jähriger Ehemann. Gegen ihn wurde am Mittwoch Haftbefehl wegen heimtückischen Mordes erlassen, sagte Christina Wotschke von der Staatsanwaltschaft Hildesheim.

Frau stirbt am Tatort

Nach CZ-Informationen kommen der mutmaßliche Täter und das Opfer aus Wathlingen. Vor der Attacke gegen 16.45 Uhr, die sich an einem Parkplatz zwischen der Straße Hannoversche Neustadt und der Feldstraße ereignete, soll es eine Auseinandersetzung zwischen den beiden gegeben haben, berichtet die HAZ. Schließlich habe der Mann auf sein Opfer eingestochen und sei geflüchtet. Die Tat wurde laut Staatsanwaltschaft von mehreren Passanten beobachtet, die noch versucht hätten einzugreifen. Zeugen leisteten Erste Hilfe und alarmierten den Rettungsdienst. Doch für die Frau kam jede Hilfe zu spät.

Die Wathlingerin wurde am Dienstag in Burgdorf erstochen.

Zum Motiv des mutmaßlichen Täters äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht. Der 37-Jährige habe sich laut Wotschke bisher nicht zur Tat und zu den Hintergründen geäußert. Sie bestätigte, dass Täter und Opfer verheiratet waren. Laut HAZ wollte sich die Frau von ihrem Mann trennen. Die 35-jährige Mutter von zwei Kindern soll am Dienstag einen privaten Termin in Burgdorf gehabt haben.

Bekannter begleitet Täter zur Polizei

Nach CZ-Informationen fuhr der Mann nach der Tat am Dienstag gemeinsam mit einem Bekannten zur Polizeidirektion Burgdorf, wo er sich stellte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft starb die Frau infolge einer Vielzahl an Stichverletzungen. Die Tatwaffe – ein Messer – sei sichergestellt worden, ebenso ein in Tatort-Nähe abgestelltes Auto, das vermutlich von der Frau gefahren wurde.

Kerzen und Blumen am Tatort

Am Mittwoch stellten Menschen am Ort des Verbrechens Kerzen auf und legten Blumen nieder. Auch ein Schwarz-Weiß-Foto der Frau wurde aufgestellt. "Sie war so ein liebevoller Mensch. Sie war so positiv", sagte eine Frau über die Getötete. Die Ermittler suchen jetzt weitere Zeugen, die Angaben zu dem Geschehen vor und nach der tödlichen Attacke machen können.

Ermittler sichern den Tatort in Burgdorf.

Eine Seniorin, die den Angriff am Dienstag erlebt hatte, kehrte am Mittwoch zum Ort des Verbrechens zurück. Sie beobachtete die Attacke nach eigenen Angaben von der anderen Straßenseite. Im ersten Moment habe sie gedacht, die Frau sei umgefallen und der Mann habe ihr helfen wollen, berichtet die Seniorin. Doch dann habe sie gesehen, wie der Mann mit einem Messer mit langer Klinge mehrmals ausgeholt und auf die Frau eingestochen habe. Die Seniorin habe laut um Hilfe gerufen.

Bürgermeister schockiert

Wathlingens Bürgermeister Torsten Harms äußerte sich schockiert. Er kennt die Familie. "Das sind total freundliche Menschen. Ich bin fassungslos. Das ganze Dorf ist betroffen. Ich wünsche den Angehörigen viel Stärke und Kraft", sagte er.

Zusammenhang zum gefesselten Mann?

Unterdessen wird in den sozialen Medien spekuliert, dass die beiden Kriminalfälle der vergangenen Tage in und um Burgdorf zusammenhängen könnten. Am Mittwoch der vergangenen Woche war ein Mann aus Hänigsen schwer verletzt an dem abgelegenen Wirtschaftsweg Rhöndamm zwischen Ehlershausen und Nienhagen gefunden worden – mit einer Plastiktüte über dem Kopf und Kabelbindern an Händen und Füßen. "Wir haben keinerlei Hinweise, dass die beiden Taten im Zusammenhang stehen könnten", sagte Staatsanwältin Wotschke auf CZ-Anfrage.

Ermittler suchen Fahrerin aus Celle

Zum Gesundheitszustand des lebensgefährlich verletzten Mannes konnte sie nichts sagen. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags. In dem Zusammenhang wird weiter nach der Fahrerin eines schwarzen Kleinwagens mit Celler Kennzeichen gesucht. Der Passant, der den bewusstlosen Mann gefunden hatte, gab gegenüber den Ermittlern an, dass ihm der Kleinwagen entgegen gekommen sei. Die Fahrerin sei etwa 30 Jahre alt und habe mittelblonde Haare.