Gemüse anbauen

Wie Großmoorerin ein Bio-Paradies geschaffen hat

Sie gibt VHS-Kurse und könnte mit ihrem Gemüse eine sechsköpfige Familie ernähren: Ulrike Tremmel hat in Großmoor einen Öko-Garten errichtet.

  • Von Simon Ziegler
  • 15. May 2022 | 09:01 Uhr
  • 14. Jun 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 15. May 2022 | 09:01 Uhr
  • 14. Jun 2022
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Großmoor.

Es ist ein kleines Idyll am Ortsrand von Großmoor. Auf knapp 500 Quadratmetern baut Ulrike Tremmel Gemüse an. Auf den Grundlagen der regenerativen Landwirtschaft wird ökologisch gewirtschaftet. Das Sortiment ist enorm: Kopfsalat, Möhren, Zwiebel, Knoblauch, Spinat, Mangold, Rote Beete, Porree, Grünkohl, grüner Spargel, Kartoffeln und Erdbeeren, nur um eine Auswahl zu nennen. Inzwischen macht die 66-jährige Autodidaktin das so gut, dass sie von der Volkshochschule in Celle für den Kursus „Alles über Gemüseanbau lernen“ gebucht wurde. "Wenn es Bedarf gibt, mache ich das weiter", sagt sie. Sie ist auch bei der Garten-Serie "Offene Pforte" dabei.

Streifzug mit Ulrike Tremmel durch ihren Garten, den sie "AlThaerNative GartenTRäume" nennt: Als regenerative Landwirtschaft wird eine Arbeitsweise bezeichnet, die die Regeneration des Bodens, den Humusaufbau im laufenden Betrieb und die Biodiversität in den Mittelpunkt stellt. Bei der 66-Jährigen fallen Begriffe wie Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und Mischkultur, Anbauplanung, biologischer Pflanzenschutz und Kompostwirtschaft. Die Gärtnerin hat den Garten frei nach Albrecht Thaer in vier Bereiche gegliedert: Beete für Schwachzehrer, Mittelzehrer, Starkzehrer und den Bereich Gründünger. Denn nicht jede Pflanze braucht gleich viele Nährstoffe. Brokkoli und Blumenkohl benötigen zum Beispiel viele Nährstoffe. Möhren und Radieschen brauchen etwas weniger und am genügsamsten sind Salate oder Erbsen und Bohnen. Entsprechend werden die Beete mit organischem Dünger, zum Beispiel mit Kompost oder Hornspänen, versorgt. Jedes Jahr werden die vier Felder nach dem Rotationsprinzip gewechselt. "So hat man auch viel weniger Ungeziefer", erläutert Ulrike Tremmel.

Viel Arbeit im Garten

Zwei bis drei Stunden ist die Großmoorerin jeden Tag in ihrem Garten, es können auch mal vier oder fünf sein. Das Areal hat sie seit zehn Jahren vom benachbarten Landwirt gepachtet, jetzt will sie nochmal um zehn Jahre verlängern. Ihr Mann fungiert als "technischer Direktor", wie Ulrike Tremmel sagt. Das Bewässerungssystem und die Rankhilfen hat er errichtet, genauso wie das kleine Gewächshaus für die Tomaten.

Inzwischen erntet die Rentnerin, die früher im Sekretariat der Albrecht-Thaer-Schule in Altenhagen gearbeitet hat, so viel, dass sie alles gar nicht mehr selbst essen kann. "Jedes Beet kann dreimal im Jahr geerntet werden. Ich könnte eine sechsköpfige Familie ernähren", sagt sie. Ulrike Tremmel verschenkt Gemüse in der Nachbarschaft. Es ist auch ein Dankeschön dafür, dass die Nachbarn ihren Grünschnitt vorbeibringen. Den Grünschnitt verteilt sie wie Rindenmulch auf den Beeten, damit die Feuchtigkeit im Boden konserviert wird. "Auf diese Weise muss ich nur einmal in der Woche gießen."

Brennnessel-Jauche und Kompost

In ihrem Garten ist alles Bio. Ulrike Tremmel verwendet keinen Kunstdünger. Sie arbeitet mit Brennnessel-Jauche und mit Kompost, verwendet so gut wie alles, was an Pflanzenresten anfällt, wieder. "Das einzige, was ich dazu kaufe, sind Hornmehl, Urgesteinsmehl und Pflanzenkohle", sagt sie. Es sind kleine Hilfsmittel für noch bessere Ergebnisse im Bio-Beet.

Die Rentnerin weiß zwar genau, was sie macht. Es ist aber auch bei ihr nicht so, dass alles klappt. Es gibt Misserfolge. Manchmal kommen Kartoffeln nicht so, wie sie sollten. Dann begibt sie sich auf Ursachenforschung. Liest im Internet. Meist findet sie dann eine Lösung. Nur bei den Wühlmäusen ist sie ein bisschen ratlos. Die nagen viele Wurzeln an.

"Ich bin Idealistin"

Warum sie das alles macht? "Ich bin Idealistin. Ich finde das schön und möchte für die Natur etwas Gutes tun. Ich möchte in meinem Garten das Gleichgewicht der Natur herstellen", sagt Ulrike Tremmel über ihre Leidenschaft, den Boden zu hegen und zu pflegen.