Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Wathlingen Neues Leben im Bermuda-Dreieck
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Neues Leben im Bermuda-Dreieck
18:27 15.06.2010
Wathlingen

Die Gemeinde Wathlingen ist um eine Attraktion reicher. Gestern Mittag, pünktlich um 13 Uhr, öffnete in der Beethovenstraße im ehemaligen Aldi- beziehungsweise „Hol-ab“-Getränkemarkt der „Fairkauf-Center“ seine Tore. Zuvor gaben sich Celles Landrat Klaus Wiswe, mehrere Bürgermeister und das Wolfsburger Vermieterehepaar Heike und Ralph Winkel in einer Feierstunde die Ehre.

Durch „Fairkauf“ wird laut Bürgermeister Torsten Harms das Wathlinger „Bermuda-Dreieck“ wieder mit Leben erfüllt. Es soll demnächst sogar noch lebendiger dort werden, denn Harms stellt eine weitere Attraktion für das Dreieck in Aussicht. Ein Drogeriemarkt soll in unmittelbarer Nähe öffnen, kündigte Harms an.

„Fairkauf“ ist eine in die Tat umgesetzte Idee des NAC-Geschäftsführers Peter Klein, der Langzeitarbeitslosen Chancen auf dem Arbeitsmarkt bietet und dazu bekannte Partner wie den Celler Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes, die Wohnungsbaugenossenschaft Südheide und den Zweckverband Abfallwirtschaft mit ins Boot holte. „Fairkauf“ setzt übrigens nicht nur auf Wathlinger Kundschaft. „Wir sind überregional aufgestellt“, gab sich der ehrenamtliche Geschäftsführer Peter Klein gestern selbstbewusst.

„Fairkauf“ ist Programm, denn die Waren – überwiegend gebrauchte Möbel guter bis bester Qualität – sind so preiswert, dass sie auch für finanziell bedürftige Menschen erschwinglich sind. Möglich ist dies, weil es sich ausschließlich um Spenden handelt, die angeboten und kostendeckend abgegeben werden.

„Fairkauf“ arbeitet eng mit der Celler Agentur für Arbeit zusammen und vermittelt Langzeitarbeitslosen wieder Berufsperspektiven – wie zum Beispiel Gerd Meyer aus Celle (53) und Franz Kaupe (42) aus Wathlingen. Beide Männer sehen nach weitgehend zehnjähriger Erwerbslosigkeit wieder die Chance, doch noch an eine Festanstellung zu kommen. „Für mich ist das eine Perspektive, auf die ich gar nicht mehr zu hoffen gewagt hatte“, sagte Meyer, der weder in seinem Lehrberuf als Landwirt noch im Bohr- oder Straßenbaujob beruflich wieder Fuß fassen konnte.

Auch Kaupe hofft jetzt wieder auf bessere Zeiten. Der Wathlinger hatte mit dem Führerschein auch den Arbeitsplatz verloren. Jetzt will er sich in dem Wathlinger Projekt Geld verdienen, um wieder in den Besitz eines Führerscheins zu kommen.

Von Gert Neumann