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Wathlingen Neues Klärwerk, Windrad, Solarzellen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Neues Klärwerk, Windrad, Solarzellen
13:49 13.06.2010
Von Simon Ziegler
Grillfest zur Erneuerung Klärwerk in Wathlingen - Wolfgang - Grube (Samtgemeinde Wathlingen) betoniert gemeinsam mit Frank Dommel die Urne mit den 3,81 Euro von Frank Dommel ein der damit seinen Arbeitsplatz sichern wollte.
Grillfest zur Erneuerung Klärwerk in Wathlingen - Wolfgang - Grube (Samtgemeinde Wathlingen) betoniert gemeinsam mit Frank Dommel die Urne mit den 3,81 Euro von Frank Dommel ein der damit seinen Arbeitsplatz sichern wollte. Quelle: Torsten Volkmer
Wathlingen

Startschuss für ein Mammutprojekt der Samtgemeinde Wathlingen: Die Verwaltungsspitze, der Rat der Samtgemeinde und beteiligte Handwerker-Firmen haben sich am Donnerstag zur Grundsteinlegung an der neuen Kläranlage getroffen.

Vor rund einem Jahr beschloss die Politik die Modernisierung der 45 Jahre alten Kläranlage, da das Werk an Kapazitätsgrenzen gestoßen war. Im Zuge des Neubaus sollen ein zweites Belebungsbecken und ein neuer Sandfang mit vorgeschalteter Rechenanlage errichtet werden. Zudem soll das Betriebsgebäude vergrößert und das Labor komplett modernisiert werden. Im neuen Maschinengebäude werden künftig Gebläse, Notstromaggregat und Pumpe untergebracht, erläutert Lothar Niebuhr, Tiefbauingenieur der Samtgemeinde Wathlingen, die Pläne.

Die Erneuerung des Werks aus dem Jahr 1963, das 1989 zur zentralen Abwasser-Anlage in der Samtgemeinde Wathlingen ausgebaut wurde, kostet 4,5 Millionen Euro. Der gewaltige Betrag wird zunächst über Kredite finanziert, allerdings werden die Bürger zur Kasse gebeten. „Wir erhöhen ab 2011 den Preis pro Kubikmeter Wasser um 60 Cent“, sagte Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube, durchschnittlich müsse ein Bürger 24 Euro im Jahr mehr berappen. Derzeit liegt der Betrag noch bei 2,35 Euro pro Kubikmeter, künftig werden es fast drei Euro sein. Zum Vergleich: Im Abwasserverband Matheide müssen die Bürger 2,50 Euro zahlen.

●Ausbau regenerativer Energien: Im Zuge der Modernisierung des Wathlinger Klärwerks plant die Samtgemeinde zudem erhebliche Investitionen in den Ausbau regenerativer Energien. Die Politik hat bereits grüne Licht für ein Windrad in unmittelbarer Nähe zur Kläranlage gegeben. Mit zwei Dritteln des erzeugten Stroms soll das Klärwerk betrieben werden, etwa ein Drittel werde in das SVO-Netz eingespeist, so Grube. Das Windrad wird 1,6 Millionen Euro kosten, ursprünglich war man von 1,2 Millionen ausgegangen.

Allerdings hat der Landkreis Celle das Windrad noch nicht genehmigt. Der genaue Standort ist ebenfalls noch unklar. Das Problem: Sowohl zur Fuhse als auch zu den ersten Häusern am nördlichen Rand Wathlingens muss Abstand gehalten werden. Die Samtgemeinde-Verwaltung rechnet damit, dass der Landkreis den Plänen zustimmen wird. Langfristig soll sich das Vorhaben rechnen, weil der selbst produzierte Strom billiger als der von der SVO ist. Auf der Habenseite stünde zudem eine Einspeisevergütung des Energieversorgers.

●Photovoltaik-Anlage: Bleibt die Photovoltaik-Anlage, die angesichts einer Gesamtsumme von 6,3 Millionen Euro mit 200000 Euro Kosten geradezu bescheiden ausfällt. Die Solarzellen werden auf dem Dach des neuen Betriebsgebäudes installiert, sagt Grube. Auch sie werden Strom erzeugen, der ins Netz der SVO fließt.