Kommunalwahl

Wathlingen will an der Spitze mitspielen

In der Samtgemeinde Wathlingen stehen mehrere Wahlen an. Die AfD kandidiert aber nicht. Das ist der Grund und für diese Themen treten die anderen Parteien an.

  • Von Simon Ziegler
  • 04. Aug. 2021 | 19:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 04. Aug. 2021 | 19:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Wathlingen.

Hallenbad-Sanierung und Sportstätten-Erweiterungen, Kaliberg-Abdeckung, neue Baugebiete: Die Lokalpolitik hat in der Samtgemeinde Wathlingen in den kommenden fünf Jahren mit enormen Herausforderungen zu tun. Insbesondere bei der Kaliberg-Abdeckung, die seit 2014 diskutiert wird, geht es um eine Entscheidung, die über die Grenzen der Samtgemeinde von großer Bedeutung ist. Allerdings: Der Ball liegt derzeit nicht im Feld der kommunalen Ebene. Das Landesbergamt muss im Planfeststellungsverfahren die Grundsatzentscheidung treffen, ob Monte Kali abgedeckt werden darf oder nicht. Zuletzt war von einem Mediationsverfahren die Rede, in dem die unterschiedlichen Positionen ausgelotet werden sollen – Ausgang völlig offen.

Fünf Wahlen für Bürger der Samtgemeinde Wathlingen

Bei der Kommunalwahl am 12. September sind die Bürger in Wathlingen, Nienhagen und Adelheidsdorf bei fünf verschiedenen Wahlen stimmberechtigt. Sie wählen den Samtgemeindebürgermeister (für die Nachfolge von Wolfgang Grube bewerben sich acht Kandidaten) und den Landrat direkt. Außerdem entscheiden sie über die Zusammensetzung ihrer Gemeinderäte, des Samtgemeinderates und des Celler Kreistages.

Heike Behrens will Samtgemeinde-Bürgermeisterin werden

Die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden werden dann von den neuen Gemeinderäten gewählt. Die langjährigen Bürgermeister Torsten Harms (CDU) in Wathlingen und Jörg Makel (SPD) in Nienhagen haben angekündigt, für die kommenden Jahre weitermachen zu wollen. Spannend wird es in Adelheidsdorf. Bürgermeisterin Heike Behrens (CDU) strebt an die Spitze der Samtgemeinde-Verwaltung. Sollte sie die neue Samtgemeinde-Bürgermeisterin werden, braucht es einen Nachfolger in der kleinsten der drei Mitgliedsgemeinden.

Top-Thema bleibt Infrastruktur

Die Erhaltung und bestenfalls der Ausbau der Infrastruktur wird wohl das Top-Thema der kommenden Jahre sein. Bei der Sanierung des Europabades am Jahnring in Nienhagen sind die wesentlichen Beschlüsse gefällt, jetzt geht es an die Umsetzung. Auch bei der Erweiterung der Sportstätten in Wathlingen und Nienhagen sind die Weichen gestellt. In Sachen ärztliche Versorgung ist die Samtgemeinde gut aufgestellt, diesen Status gilt es in den kommenden Jahren sicherzustellen.

Die neu zusammengesetzten Gremien werden es mit den klassischen Feldern der Lokalpolitik zu tun haben: der Ausstattung der Grundschulen und Kindertagesstätten sowie neuen Baugebieten. Die Kitas sind ohnehin ein Dauerthema. In Wathlingen wurden die Kitas gerade neu aufgestellt. Nienhagen baut im Bürgerpark eine neue Einrichtung. Ohnehin gibt es nur eine Richtung: Der Betreuungsbedarf nimmt immer mehr zu.

Tiny-House-Siedlung in Nienhagen?

Einen Boom gab es die vergangenen Jahre beim Bauen. In Rekordtempo entstanden neue Baugebiete, Grundstücke wurden so schnell verkauft wie nie zuvor. Dass es so nicht ewig weitergehen kann, ist klar. In Nienhagen denkt der Gemeinderat jetzt am Birkenkamp über ein Baugebiet mit Öko-Standards und einer Tiny-House-Siedlung nach. Eine Siedlung von Minihäusern im Celler Land? Das dürfte spannend werden.

Wenig sexy, aber dennoch wichtig ist die jährliche Debatte zur Haushaltslage. Mit den kommunalen Finanzen werden sich die neuen Räte schon bald auseinandersetzen, schließlich müssen die Etats für 2022 aufgestellt werden. Das könnte interessanter werden als viele glauben: Denn es geht um die Frage, wie die Kommunen vor Ort finanziell durch die Coronakrise gekommen sind. Möglich, dass ein Minus bei der Gewerbe- und Einkommenssteuer ein Loch in den Gemeinde-Haushalt reißt. Fragt sich nur, wie tief das Loch sein wird.

Straßenausbaubeiträge und Flüchtlinge auf Agenda

Gerechnet wird auch damit, dass nach der Kommunalwahl das Reizthema „Abschaffung der Straßenausbaubeiträge“ auf den Tisch kommen wird. Darüber haben in den vergangenen Jahren viele Räte in vielen Gemeinden diskutiert, in Wathlingen, Nienhagen und Adelheidsdorf wurde die Strabs-Debatte indes bisher eher auf Sparflamme gekocht. Schließlich könnte auch irgendwann das Thema Flüchtlinge wieder auf der Agenda auftauchen. Die Coronakrise hat das Thema zwar komplett überlagert, das kann sich aber schnell wieder ändern. Zuletzt hatten knapp 250 Flüchtlinge in der Samtgemeinde gelebt.