Samtgemeindebürgermeister

Rennen um Grube-Nachfolge eröffnet

In einem halben Jahr wird in der Samtgemeinde Wathlingen ein neuer Bürgermeister gewählt. Jetzt kommt Schwung ins Kandidaten-Karussell.

  • Von Simon Ziegler
  • 11. März 2021 | 06:55 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 11. März 2021 | 06:55 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Wathlingen.

Fast auf den Tag genau in einem halben Jahr wird in der Samtgemeinde Wathlingen ein neuer Bürgermeister gewählt. Klar ist: Der neue Verwaltungschef tritt in sehr große Fußstapfen. Wolfgang Grube ist nicht nur seit Ende der neunziger Jahre im Amt, er ist auch ein in der Bevölkerung ausgesprochen beliebter Samtgemeindebürgermeister.

Wahl am 12. September

Obwohl die Wahl immer näher rückt, gibt es offiziell noch keinen einzigen Bewerber. Das erstaunt umso mehr, da in den meisten anderen Celler Landkreiskommunen, in denen am 12. September ein neuer Bürgermeister gewählt wird, das Kandidaten-Rennen längst eröffnet ist.

Immerhin, inzwischen lichtet sich das Feld auch in der Samtgemeinde Wathlingen. Nachdem zuletzt bereits Verwaltungsvize Stefan Hausknecht abgewunken hat, haben jetzt zwei weitere Schwergewichte erklärt, nicht zur Verfügung zu stehen: Sowohl Nienhagens Bürgermeister Jörg Makel (SPD) als auch seine Kollegin Heike Behrens (CDU) aus Adelheidsdorf werden nicht antreten. Makel verwies auf sein Alter von 66 Jahren, Behrens gab familiäre Gründe an, wie sie auf CZ-Anfrage erklärte.

SPD macht den Auftakt

An diesem Freitag wird nun als erste Partei die SPD offiziell einen Kandidaten küren. Die Sozialdemokraten kommen am Abend zu einer Mitgliederversammlung im Hagensaal zusammen. Nach CZ-Informationen gibt es intern vier SPD-Bewerber für den Chefposten im Rathaus: die Ratsmitglieder Gonca Kaftan (Nienhagen) und Monika Wendt (Wathlingen), der ehemalige Ratsherr Andreas Smid aus Adelheidsdorf und Axel Kernbach, Ortsbrandmeister aus Großmoor. Einer dieser vier wird am 12. September ins Rennen um die Grube-Nachfolge gehen.

Danach werden sich die Blicke vor allem auf die CDU richten. Martin Thunich, Vorsitzender des Wathlinger CDU-Verbandes, sagte, dass sich die drei Ortsverbände Wathlingen, Nienhagen und Adelheidsdorf auf einen Bewerber einigen wollen. Die Personalie soll spätestens bis Mai kommuniziert werden – mehr sagte er nicht. Auch Wathlingens Bürgermeister Torsten Harms (CDU) hielt sich zu einer möglichen Kandidatur bedeckt. "Wir entscheiden uns nach Ostern", sagte er.

Das machen UWG und Grüne

Derzeit sieht es so aus, dass es auf ein recht unübersichtliches Kandidatenfeld hinausläuft. Denn auch die UWG spielt mit dem Gedanken, einen eigenen Bewerber aufzustellen. "Ich kann mir gut vorstellen, dass wir jemanden ins Rennen schicken", sagte Alexander Hass (UWG). Zur Frage, ob er selbst antreten will, äußerte er sich nicht. Einen Schritt weiter sind die Grünen, die sich intern bereits auf einen Kandidaten verständigt haben, dies aber noch nicht nach außen getragen haben. Matthias Blazek sagte auf CZ-Anfrage, dass er als Grünen-Kandidat ins Rennen um die Grube-Nachfolge gehen werde.

Unabhängige Bewerber

Dazu kommt, dass im politischen Raum auch mit der Kandidatur von unabhängigen Bewerbern gerechnet wird. So erklärte Tomas Binnewies aus Nienhagen, dass er als unabhängiger Einzelbewerber antreten will. Der 51-jährige Physiker arbeitet als Software-Entwickler in der Automobil-Zulieferbranche. Binnewies zeigte sich offen dafür, mit Unterstützung einer Partei an den Start zu gehen – doch da bleiben angesichts der Bewerberlage nicht viele Optionen übrig.

Unterdessen erklärten sowohl Makel als auch Behrens, dass sie Bürgermeister in ihren Gemeinden bleiben wollen. Das kommt vor allem im Fall von Makel überraschend. Er hatte in der Vergangenheit erklärt, 2021 nach zwei Wahlperioden aufhören zu wollen. Dass er es noch einmal wissen will, begründete Makel damit, dass es wegen der Coronakrise bei einigen Projekten zu Verzögerungen gekommen sei, etwa beim Bau des neuen Kindergartens.