JobLokal

Celler Jobcenter bietet Beratung vor Ort an

Lokale Jobchancen nutzen, das ist die Idee eines neuen Angebotes des Celler Jobcenters – zum Beispiel im Wathlinger Rathaus.

  • Von Simon Ziegler
  • 18. Apr 2022 | 09:55 Uhr
  • 12. Jun 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 18. Apr 2022 | 09:55 Uhr
  • 12. Jun 2022
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Wathlingen.

CELLE. Geballte Beratungskompetenz im Team – vor Ort des Kunden: das ist die Idee hinter „JobLokal“, einem Angebot des Jobcenters im Landkreis Celle.

Beratungen in Wathlingen

Einen Tag im Monat finden ab sofort Beratungen im Rathaus der Samtgemeinde Wathlingen statt. Dabei kümmern sich gleich drei Jobcoaches unterschiedlicher Themen-Schwerpunkte um die Teilnehmenden. Das Ziel: Gemeinsam mit dem Kunden eine berufliche Perspektive zu entwickeln und diese dann Schritt für Schritt umzusetzen. Das Angebot kommt gut an, heißt es. Und auch weitere Standorte für diese Beratungsangebote sind in der Planung.

Kunden und Arbeitgeber vernetzen

"Mit 'JobLokal' kommen wir vor allem Alleinerziehenden, Langzeitarbeitslosen und auch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen entgegen. Sie bekommen die Chance, wohnortnah die Kompetenz eines ganzen Beratungsteams zu erfahren, das auf unserem regionalen Arbeitsmarkt bestens vernetzt ist. So nutzen wir vor allem lokale Jobchancen – und bringen die Kundinnen und Kunden und Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen vor Ort zusammen", erklärt Sylke Schwanhold, Geschäftsführerin des Jobcenters im Landkreis Celle.

28-jährige Wathlingerin profitiert

Eine große Chance für Menschen wie die alleinerziehende Mutter Marie Luise Kraska. Heute kann sie ihre Tochter nicht in die Betreuung bringen: „Die Kleine ist erkältet“, erzählt Kraska. Auch deshalb freut sich die 28-Jährige aus Wathlingen darüber, dass der Beratungstermin gleich um die Ecke stattfindet.

Lockere Gesprächsatmosphäre

Die Jobcoaches des Jobcenters im Landkreis Celle haben sich für diesen Vormittag im großen Sitzungsaal des Rathauses der Samtgemeinde Wathlingen eingerichtet: Thomas Klemmer, Jennifer Brettschneider und Dyana Mieske-Borchers sitzen an einem langen Tisch. Direkt gegenüber ist der Platz für die Kundinnen und Kunden. „Auf den ersten Blick sieht es hier aus wie bei einem Vorsprechen vor einer Jury“, sagt Jennifer Brettschneider mit einem Augenzwinkern. „Aber wir müssen die Gesprächssituation auch coronakonform gestalten.“ Das geht nur mit großem Abstand. „Wir drei verstehen und ergänzen uns mit unseren unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten sehr gut. Das merkt natürlich auch der Kunde. Eine lockere Gesprächsatmosphäre ist sehr wichtig und führt auch schneller zum Erfolg“, erklärt Jobcoach Thomas Klemmer.

Marie Luise Kraska hat zuletzt in der Altenpflege gearbeitet – Arbeitsbeginn 6 Uhr. „Das funktioniert mit meiner Tochter dauerhaft nicht“, sagt sie. Eine Lösung muss her. Doch einen Job zu finden mit einem Arbeitszeitbeginn nach 8 Uhr und ohne Berufsausbildung – das ist nicht einfach. Die Idee: „Frau Kraska könnte beispielsweise in der Wäscherei eines Seniorenheims arbeiten. Dort sind die Arbeitszeiten flexibler als in der Pflege“, schlägt Dyana Mieske-Borchers vor, Jobcoach und Beauftragte für Chancengleichheit. Mieske-Borchers kümmert sich in ihrem Arbeitsalltag ausschließlich um Kundinnen wie Marie Luise Kraska. „Mein Job ist es, den Frauen Wege aufzuzeigen, wie sie langfristig Familie und Job miteinander vereinbaren können“, erklärt sie. Mieske-Borchers hat auch schon einen konkreten Betrieb im Hinterkopf und will vermitteln. Für die alleinerziehende Mutter eine gute Option: „Ich würde mich sehr freuen, wenn das klappt“.

Nach bisher zwei erfolgreichen Beratungsaktionen in Bergen und Hambühren sollen jetzt auch die Kundinnen und Kunden in Wathlingen diese Chance bekommen. Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Sommer unterstützt die Initiative „JobLokal“: „Unsere Rathäuser in der Samtgemeinde bieten unseren Bürgerinnen und Bürger vor Ort die Möglichkeit einer Beratung. Hier schaut man auf kurzem Wege gerne vorbei und nimmt das neue Beratungsangebot in Anspruch. Wir freuen uns, wenn wir damit helfen können, Menschen den Weg in den Arbeitsmarkt oder in eine Qualifizierung zu ermöglichen.“

Jobcoaches versprechen engen Kontakt

Für Kraska hat sich der Termin heute schon gelohnt. Die Jobcoaches bleiben weiterhin im engen Austausch mit der jungen Mutter. Das ist das Konzept hinter „JobLokal“. „Wir begleiten unsere Kundinnen und Kunden den kompletten Prozess: von der Jobsuche über die Bewerbungsphase bis hin zum Job – und auch danach. Wir stehen ihnen also jederzeit zur Seite“, erklärt Thomas Klemmer, Jobcoach des Jobcenters im Landkreis Celle. Und mit ein bisschen Glück hat Kraska schon bald ein Vorstellungsgespräch in der Tasche.