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Wathlingen Biologische Kläranlage in Wathlingen erweitert
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Biologische Kläranlage in Wathlingen erweitert
15:18 13.06.2010
Von Simon Ziegler
Klärschlammvererdungsanlage Wolfgang Grube dreht den Schieber auf zum letzten Becken
Klärschlammvererdungsanlage Wolfgang Grube dreht den Schieber auf zum letzten Becken Quelle: Peter Müller
Wathlingen

WATHLINGEN (siz). Bei dem Wathlinger Modell handelt es sich um eine biologische Kläranlage, die das Abwasser aus den Haushalten nicht mit Chemie, sondern mit Bakterien reinigt, erläuterte Horst Strohmeyer, Betriebsleiter der Anlage. Der Klärschlamm ist ein bräunlicher, wässriger Stoff mit einem Feststoffanteil von nur zwei Prozent, dem mit Schilfpflanzen auf natürliche Weise die organischen Stoffe und das Wasser entzogen wird. Nach etwa acht bis zehn Jahren ist das Fassungsvermögen der einzelnen Beete erreicht.

Anschließend werden die gefüllten Schilfbeete geräumt und der Funktionskreislauf beginnt erneut, da die Wurzeln des Schilfes neu austreiben. Die trockene Masse wird herausgeholt. Mit ihr können anschließend unter anderem belastete Böden rekultiviert werden, so Strohmeyer. Auch könne die Biomasse landwirtschaftlich ausgebracht werden. In das neue Beet wurden bereits 8500 Schilfpflanzen auf einer Fläche von 2500 Quadratmeter verteilt.

Die jetzt erfolgte Erweiterung wurde laut Samtgemeindebürgermeister Grube nötig, um künftig eine wirtschaftlichere Entsorgung des Abwassers zu gewährleisten. Mit der umfangreichen Sanierung der Wathlinger Kläranlage, die in diesem Spätsommer beendet sein soll, hat das neue Becken nichts zu tun. „Das lief parallel“, sagte Grube.

Klärschlammvererdungsanlagen gelten in Fachkreisen als ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll. Die ersten Anlagen wurden in Deutschland Anfang der neunziger Jahre in Betrieb genommen. Inzwischen setzen zahlreiche Kommunen auf die umweltschonende Methode.