Schnelle Festnahme

Stroh-Brand: Verhafteter ist der Polizei bekannt

Nach dem Brand von 1000 Strohballen wurde gegen einen 54-jährigen Nienhäger Haftbefehl erlassen. Darum ist er für die Polizei kein Unbekannter.

  • Von Carsten Richter
  • 17. Jan. 2020 | 20:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
  • Von Carsten Richter
  • 17. Jan. 2020 | 20:00 Uhr
  • 13. Juni 2022
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Nienhagen.

Schneller Erfolg für die Celler Polizei: Nachdem in der Nacht zu Donnerstag 1000 Strohballen auf einem Feld bei Nienhagen in Flammen standen, hat die Polizei den mutmaßlichen Täter noch am selben Tag festgenommen. Bei dem mutmaßlichen Brandstifter handelt es sich um einen 54-Jährigen aus dem Ort. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mitteilten, wird dem Mann vorgeworfen, den Brand vorsätzlich gelegt und einen Sachschaden in fünfstelliger Höhe verursacht zu haben. Am Freitag wurde der Nienhäger dem Haftrichter vorgeführt . "Es wurde ein Untersuchungshaftbefehl gegen den Beschuldigten erlassen", teilten die Behörden am Nachmittag mit.

Mutmaßlicher Täter ist der Polizei bekannt

Nach Informationen der Celleschen Zeitung soll es sich bei dem Mann um einen ehemaligen Polizeibeamten handeln. Offenbar war der 54-Jährige schon länger im Blickfeld der Polizei. Zu den Vorwürfen hat er sich bislang nicht geäußert.

Für weitere Brandstiftungen verantwortlich?

Nach der Festnahme am Donnerstagabend seien mehrere Gebäude, unter anderem das Wohnhaus des Tatverdächtigen in Nienhagen, durchsucht worden, heißt es. "Es wurde belastendes Beweismaterial aufgefunden, das den Tatverdacht erhärtet", so die Celler Polizeisprecherin Birgit Insinger. Die weiteren Ermittlungen würden zeigen, ob der Festgenommene auch für weitere Brandstiftungen im Bereich Nienhagen verantwortlich sei.

Häufige Brände von Hochsitzen bei Nienhagen

Bereits am Donnerstag hatte die Polizei auf Anfrage angekündigt, einen Zusammenhang zu ähnlichen Fällen in jüngerer Vergangenheit zu prüfen. Insinger hatte auf vorherige Brände von Strohballen und Hochsitzen verwiesen.

Hausdurchsuchungen im August 2017

Im August 2017 hatte es im Haus des Verhafteten eine Durchsuchung gegeben. Der Mann besitzt legal Waffen, allerdings waren Luftgewehre nicht so verwahrt worden, dass ausgeschlossen werden konnte, dass sie in die Hände von Unbefugten gelangen könnten. Deshalb wurden damals vor Ort alle 23 Lang- und eine Kurzwaffe mitgenommen. Der Grund für die eigentliche Durchsuchung war aber ein anderer – es bestand der Verdacht auf Diebstahl in zwei Fällen. Das eigentliche Pikante: Nach dem damaligen Polizeieinsatz war ein Jagdgewehr verschwunden, das auch Monate später noch unauffindbar war.

54-Jähriger stand schon vor Gericht

Vor Gericht stand der mutmaßliche Brandstifter ebenfalls bereits: Im April 2018 war der damals 52-Jährige wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten auf Bewährung sowie einer Geldstrafe verurteilt worden. Nach einem Unfall mit einem Unimog, der in die Fuhse gestürzt war , hatte ein 14-Jähriger schwere Verletzungen erlitten. Der Verurteilte saß am Steuer, der Junge war Beifahrer.

Nun also wird ihm vorsätzliche Brandstiftung vorgeworfen. Die Landwirtschaftsfamilie aus Bennebostel, der die Strohballen gehörten, fürchtet nach dem Brand im schlimmsten Fall ihre Rinder abgeben zu müssen.