Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Nienhagen Nienhagen: Wieder Austritte bei der CDU
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Nienhagen: Wieder Austritte bei der CDU
13:26 13.06.2010
Nienhagen

Zwei weitere Politiker, die für die CDU im Gemeinderat von Nienhagen sitzen, haben der Partei den Rücken zugekehrt. Sowohl Annegret Lienau als auch Lothar Franke bestätigten, dass sie aus der CDU ausgetreten sind. Über ihre Gründe wollten sich beide nicht äußern. Beide wollen ihre Ratsmandate behalten und auch der CDU-Fraktion weiter angehören

Franke und Lienau sind bereits die Ratsmitglieder Nummer drei und vier, die aus der CDU ausgetreten sind, nachdem Mitte März bereits die Ratsherren Ilja Führer und Matthias Wede überraschend den Christdemokraten den Rücken zugekehrt haben.

Ein tiefer Graben verläuft derzeit quer durch die Nienhäger CDU. Die einen, so stellt es sich derzeit von außen dar, stehen treu zu Bürgermeister Klaus Gärtner. Die anderen haben offenbar genug von dem autoritären Führungsstil des Nienhäger Bürgermeisters und würden gerne bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr einen Neuanfang hinbekommen.

Im Rat manifestiert sich das durch den Austritt von Carsten Wisch, Hans Engelbert Windelen und Cordula Schack. In der Partei durch die knappe Wahl von Elisabeth Binz zur neuen Chefin des Ortsverbandes und damit der Abwahl von Jochen von Franzius, einem Getreuen von Gärtner.

Beobachter werten die CDU-Austritte als einen möglichen Versuch, die neue Führung des Ortsverbandes zu schwächen. Die neue Ortsverbandvorsitzende war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ob die Austrittswelle anhält, lässt sich nicht abschätzen. Der CDU-Fraktionschef Heinz-Henning Rode wies Gerüchte zurück, dass er auch aus der CDU ausgetreten sei. Allerdings verweigerte er die Aussage zur Frage, ob er das demnächst vorhabe. Bisher gibt es von keiner Seite eine Bestätigung dafür, dass die Gärtner-Anhänger eine neue Partei gründen wollen.

Über neue Wege für sich selbst denkt offenbar Matthias Wede nach. Wie Dietrich Bogdanski von der UWG bestätigte, hat es Gespräche zwischen Wede und UWG-Vertretern zum Thema Wechsel gegeben. Bisher gibt es aber kein Ergebnis. Der CDU-Kreisvorsitzende Karl-Heinrich Langspecht bedauerte gestern die Austritte und rief zur Geschlossenheit auf. Ob und wann eine solche Einheit wieder möglich ist, steht nach den weiteren Austritten in den Sternen.

Von Tore Harmening