E-Fuels statt Benzin

E-Fuels-Kampagne informiert Celler Fahrer

Eine Kampagne will Celler Autofahrer erreichen – die E-Fuels soll jeder Pkw tanken können. Hier können Sie sich zu dem Synthetik-Sprit informieren.

  • Von Benjamin Behrens
  • 30. Aug. 2021 | 17:01 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 30. Aug. 2021 | 17:01 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Nienhagen.

Deutschland hat es sich mit dem novellierten Klimaschutzgesetz zum Ziel gemacht, bis 2045 klimaneutral zu sein. Um dieses ambitionierte Ziel und niedrigeren CO2-Ausstoß zu erreichen, muss sich einiges ändern. Ab sofort können sich Celler Autofahrer darüber informieren, wie ausgerechnet der Verbrennungsmotor dazu einen Beitrag leisten könnte – mit synthetischen E-Fuels statt klassischem Benzin.

Kampagen "E-Fuels for Future" startet in Celle und bundesweit

Wer eine der von Jorczyk-Energie betriebenen Classic-Tankstellen in der Region Celle anfährt, kann sich ab sofort über die neuartigen E-Fuels informieren. An der Classic-Tankstelle startete die Info-Kampagne „E-Fuels for Future“ mit Vorträgen zum Synthetik-Benzin und einem Beispiel aus der Praxis: Ein Pkw, der ausschließlich mit E-Fuel betrieben wird, ist auf Deutschlandtour.

Gemeinsam mit weiteren Unternehmen aus dem Kraft-, Brenn- und Schmierstoffmarkt sowie freien Kfz-Teilehändlern und freien Werkstätten beteiligt sich die Jorczyk Energie für die Autofahrer gut sichtbar an der Kampagne „E-Fuels for Future“.

Auch Verbrennungsmotor soll klimaneutral sein können

„Wir möchten die Autofahrer darüber informieren, wie auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor klimaneutral unterwegs sein können“, sagt Mark Jorczyk, Geschäftsführer des Unternehmens. Das gehe mit klimaneutralen, synthetischen Kraftstoffen, so genannten E-Fuels, teilt das Unternehmen mit.

Diese würden mit Hilfe von Ökostrom aus Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid hergestellt. Da beim Fahren mit E-Fuels nur die Menge CO2 ausgestoßen werde, die zuvor bei ihrer Herstellung der Atmosphäre entnommen wurde, seien Kraftfahrzeuge mit E-Fuels klimaneutral unterwegs, heißt es weiter.

Laut dem überarbeiteten Klimaschutzgesetz soll Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral sein, das heißt es darf dann kein fossiles CO2 mehr ausgestoßen werden.

Viele Vorteile für Autofahrer

Für die Autofahrer bieten E-Fuels laut Jorczyk zahlreiche Vorteile: „E-Fuels können in beliebigen Anteilen Benzin und Diesel beigemischt werden oder diese sogar ersetzen. Technische Anpassungen am Auto sind dafür nicht erforderlich. E-Fuels werden wie gewohnt an der Zapfsäule getankt." Der Aufbau einer Ladeinfrastruktur oder für Autofahrer teure Investitionen in Elektro-Autos könnte entfallen. Auch zu fossilem Heizöl ließen sich E-Fuels beliebig beimischen oder könnten gar als Ersatz dienen, verspricht Jorczyk.

Kampagne soll "Politik wachrütteln"

„Wir hoffen, viele Autofahrer mit der Kampagne zu erreichen und damit einen wachrüttelnden Appell an die Politik zu richten, die geeigneten Rahmenbedingungen für den Hochlauf der E-Fuels zu schaffen“, so Jorczyk. Bislang liege der Fokus zu Einseitig auf Elektromobilität, so der Geschäftsführer von Jorczyk-Energie.

Zwei Politikerinnen hat die E-Fuel-Kampagne mindestens erreicht, Kirsten Lühmann, SPD-Bundestagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, und Gonca Kaftan, SPD-Kandidatin für das Amt der Samtgemeindebürgermeisterin in Wathlingen, verfolgten die Vorträge und machten sich ein Bild von der Benzin-Alternative.

"Bei uns auf dem Land sind viele Menschen auf ihr Auto angewiesen; ein E-Auto ist nicht immer für alle sofort finanzierbar. Wenn wir bis 2030 etwa 10 Millionen E-Autos auf den Straßen haben, bleiben immer noch 35 Millionen Autos mit Verbrennungsmotoren. Auch bei ihrem geringeren Wirkungsgrad können E-Fuels hier als nachhaltigere Brückentechnologie einen wichtigen Beitrag leisten“, stellte Gonca Kaftan fest. Kirsten Lühmann stimmte zu und ergänzte: „Selbstverständlich ist das nur dann sinnvoll, wenn wir 100 Prozent grünen Strom für die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen nutzen. Auf lange Sicht wird sich, aus meiner jetzigen Perspektive, auf der Straße der Batterieantrieb durchsetzen.

E-Fuels nicht unumstritten

Welche Rolle E-Fuels bei der Zukunft der Mobilität spielen ist umstritten. Umweltschützer etwa mahnen, die mit sehr viel Strom hergestellten synthetischen Kraftstoffe dürften nicht in Pkw landen, weil dort über Batterien Strom sehr viel effizienter eingesetzt werden könne. Man brauche alternative Kraftstoffe dagegen für Flugzeuge, Schiffe, Lkw und die Industrie.

Ein erstes eigenes Bild zur E-Fuel-Kampagne können sich Celler Autofahrer jetzt bei Classic-Tankstellen und unter www.e-fuels.de machen.