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Samtgemeinde Wathlingen Hergen Korte will Grube-Nachfolger werden
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen

Hergen Korte will Samtgemeinde-Bürgermeister in Wathlingen werden

09:00 30.04.2021
Von Simon Ziegler
Symbolfoto
Symbolfoto Quelle: René Stang
Wathlingen

Das Kandidaten-Karussell in der Samtgemeinde Wathlingen nimmt mächtig Fahrt auf. Seit gestern ist ein bekannter Name neu in der Verlosung: Der frühere Erste Samtgemeinderat Hergen Korte hat angekündigt, für die Nachfolge von Wolfgang Grube zu kandidieren. Zudem hat Tomas Binnewies, auch er ein unabhängiger Bewerber, am Donnerstag die benötigten Unterschriften vorgelegt und bei Verwaltungsvize und Gemeindewahlleiter Stefan Hausknecht abgegeben.

Kandidaten Kaftan und Blazek stehen fest

Bisher standen Gonca Kaftan (SPD) und Matthias Blazek (Grüne) als Kandidaten für die Wahl am 12. September fest. Die CDU will demnächst bekannt geben, wer antritt. Zudem liebäugelt die UWG mit einem eigenen Bewerber.

Auch Rathaus überrascht

Mit Hergen Korte (56) hat indes kaum jemand gerechnet. Selbst im Wathlinger Rathaus war man vollkommen überrascht von der Nachricht seiner Kandidatur. Allerdings muss auch Korte als Einzelkandidat noch 160 Unterschriften vorlegen, wie der Gemeindewahlleiter auf Nachfrage bestätigte.

Kandidat Hergen Korte muss als Einzelkandidat zunächst noch Unterschriften einreichen.

Korte war Erster Samtgemeinderat - und umstritten

Korte war der Vorgänger von Hausknecht als Erster Samtgemeinderat. In der Funktion als Verwaltungsvertreter von Grube war er acht Jahre im Amt. 2014 stand Korte, der in der Wathlinger Samtgemeinde-Politik aufgrund seiner Nähe zum langjährigen Nienhäger Bürgermeister Klaus Gärtner umstritten war, für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung, wie es geheißen hatte. Dem Vernehmen nach hätte er für eine Wiederwahl keine Mehrheit im Wathlinger Samtgemeinderat gehabt. Der 56-Jährige hatte 2011 auch versucht, Bürgermeister in Winsen zu werden, scheiterte aber im CDU-Vorentscheid. Korte ist Vorsitzender des SV Nienhagen. In der Celler Lokalpolitik war er in den vergangenen Jahren nicht mehr unterwegs. Er hat nach eigenen Angaben als Berater für Kommunen, Stadtwerke und Messegesellschaften gearbeitet. Der gebürtige Oldenburger ist verheiratet und hat vier Kinder. Auf seiner Internetseite wirbt er mit dem Slogan: „Der kann‘s“.

Physiker Binnewies unbeschriebenes Blatt

Verglichen mit Hergen Korte ist Tomas Binnewies politisch ein unbeschriebenes Blatt. In einem Punkt ist er aber weiter als sein Konkurrent: Er hat eine Unterschriftenliste bei Wahlleiter Stefan Hausknecht abgegeben. "Es ist zwar etwas mehr Aufwand als für die Kandidaten der Parteien, aber dafür ist es auch eine tolle Gelegenheit, mit Bürgern ins Gespräch zu kommen", kommentierte der 51-jährige Physiker aus Nienhagen die Rückmeldungen.

Tomas Binnewies (links) hat bereits eine Unterschriftenliste bei Wahlleiter Stefan Hausknecht abgegeben.

"Besonders motiviert haben mich die vielen Nachfragen in den letzten Tagen, am Ende habe ich so deutlich mehr Unterschriften als notwendig bekommen", erklärte Binnewies. Die Unterschriften werden jetzt von der Verwaltung auf ihre Gültigkeit überprüft. "Gerade als parteiunabhängiger Kandidat kann ich unvoreingenommen mit Menschen ganz unterschiedlicher politischer Ansichten ins Gespräch kommen und nach Gemeinsamkeiten suchen", sagte Binnewies, der als Software-Entwickler in der Automobil-Zulieferbranche arbeitet.

Bewerberfeld ist unübersichtlich

Derzeit sieht es also danach aus, dass ein recht unübersichtliches Bewerberfeld mit möglicherweise sechs Kandidaten um die Grube-Nachfolge kämpft. In der Samtgemeinde Wathlingen dürfte es ein spannender Wahlkampf werden.