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Adelheidsdorf Stankiewicz entlässt 133 Mitarbeiter
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Stankiewicz entlässt 133 Mitarbeiter
14:05 13.06.2010
Insolvenzverwalter Christopher Seagon
Insolvenzverwalter Christopher Seagon Quelle: Veranstalter
Adelheidsdorf

Seit knapp drei Monaten schwebte das Thema „Entlassung“ wie ein Damoklesschwert über den Mitarbeitern des insolventen Autozulieferers Stankiewicz. Seit gestern steht nun fest: 133 der rund 600 Mitarbeiter am Standort Adelheidsdorf werden im Zuge des Insolvenzverfahrens ihre Arbeitsstelle verlieren.

Bereits vor Wochen seien die Beschäftigten auf den drohenden Personalabbau vorbereitet worden, teilte der Sprecher des Stankiewicz-Insolvenzverwalters Christopher Seagon, Holger Voskuhl, gestern mit. Am Montag wurde die Belegschaft per Rundschreiben über die bevorstehenden Entlassungen in Kenntnis gesetzt. Gestern leitete Seagon die Umsetzung des Sanierungskonzeptes ein, demzufolge bundesweit 335 Stankiewicz-Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten werden. „Die Personalanpassung war aufgrund der starken Umsatzrückgänge bei den Automobil- und Nutzfahrzeigherstellern leider nicht zu vermeiden“, erklärte Seagon.

●Unsicherheit unter der Belegschaft: Wer von den ungefähr 600 Beschäftigten in Adelheidsdorf seinen Job verlieren wird, soll ab heute bekannt gegeben werden. Bis Ende März würden alle betroffenen Mitarbeiter benachrichtigt sein, teilte Gerhard Thies, Betriebsratsvorsitzender des Unternehmens, mit. Bis spätestens Juli, so heißt es seitens des Insolvenzverwalters, sollen die Kündigungen wirksam werden, die Mitarbeiter seien allerdings bereits mit Erhalt der Kündigung auf Widerruf freigestellt.

●Personalabbau: Den Entlassungen vorausgegangen waren intensive Verhandlungen zwischen Insolvenzverwalter und Betriebsrat. Dabei sei die Anzahl der avisierten Entlassungen zunächst höher gewesen, sagt Thies: „Im Rahmen der Verhandlungen konnte die Zahl etwas reduziert werden.“ Anstelle von Entlassungen Personal „vorzuhalten“ sei angesichts der kritischen Lage Stankiewiczs nicht möglich, so Thies weiter: Die Insolvenz auf der einen und die rückläufige Nachfrage aus der Herstellerbranche auf der anderen Seite hätten diesen Schritt unumgänglich gemacht.

Neben Adelheidsdorf werden auch an anderen Unternehmenssitzen Stankiewicz-Mitarbeiter entlassen: Eine Kündigung erhalten sollen 118 Arbeitnehmer von 350 in Hamburg, 61 von 140 in Friedrichroda, 20 von 150 in Straubing und 3 von 30 in Hameln. 965 Arbeitsplätze sollen bundesweit zunächst erhalten bleiben.

●Investoren: Um das Unternehmen mit möglichst vielen Arbeitsplätzen zu erhalten, soll der „Investorenprozess“ schnell beendet werden: Derzeit würden „potentielle Investoren“ Stankiewicz „sehr genau unter die Lupe nehmen“, so Holger Voskuhl. Mit Ergebnissen rechnet der Insolvenzverwalter vor der Sommerpause.

Von Eike Frenzel