Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Lachendorf Klangmalerisch veredelte Interpretationen
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Klangmalerisch veredelte Interpretationen
15:28 13.06.2010
Der neuseeländische Liedermacher Mathew James White bei seinem Gastspiel in Lachendorf.
Der neuseeländische Liedermacher Mathew James White bei seinem Gastspiel in Lachendorf. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
Lachendorf

Mit seiner äußerst charismatischen Stimme zog der 35-jährige Sänger das Publikum schnell in seinen Bann. Und mit ihren emotionsgeladenen Melodien fanden seine Arrangements ohne Umschweife den Weg in die Herzen der Zuhörer. White sang nicht nur über seine Gefühle und Erlebnisse, seine Träume und Sehnsüchte, sondern brachte sie analog zu seinen Texten auch in ansprechenden Tonschöpfungen zum Ausdruck.

Bei seinen bewegenden und berührenden Selfmade-Songs wie „Flying Like A Bird“, „Taking A Drive“ oder „All Makes Sense“ bewies der Sänger immer wieder sein außergewöhnliches Geschick für eine charakterstarke Gestaltung musikalischer Stimmungsbilder und für klangmalerisch veredelte Interpretationen. Leidenschaftlich nutzte er die Gitarre als Verstärker seiner Botschaften, wenn seine Hände mal sanft streichelnd, mal erregt über die Saiten glitten und sie zu Mittlern seiner Gefühle machten. Doch seine Musik lässt nicht automatisch die Füße der Zuhörer wippen, ihre Ohren vibrieren oder ihre Gefühle in Wohlklang baden. White versteht es, Strukturen zu bauen und Spannungen zu schüren. Das war keine musikalische Schwarzweiß-Malerei, sondern der Griff in eine schier unerschöpfliche Palette voller Klangfarben, die er noch mit adäquaten Schattierungen zu differenzieren wusste. Eine fulminante Mischung aus Traditional, Folk und Pop. Und ein spannungs- und energiegeladenes Changieren zwischen volltönigem Schwung und hingetupftem Ebenmaß. Die Akzente waren gut gewählt. Was White dem Publikum zu sagen hatte, kam an.

Von Rolf-Dieter Diehl