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Lachendorf "Jung kauft Alt" gilt nicht im Kernort Lachendorf
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf "Jung kauft Alt" gilt nicht im Kernort Lachendorf
18:17 07.12.2015
Lachendorf

Erst im Oktober hatte der Lachendorfer Samtgemeinderat die Förderrichtlinie „Jung kauft Alt“ beschlossen, bereits in der vergangenen Woche wurde sie modifiziert. Das Ergebnis sieht anders aus als geplant – und kommt jetzt der ursprünglichen Absicht sehr nahe.

Junge Familien sollen beim Kauf von Altimmobilien in den Ortskernen mit maximal 9000 Euro – zahlbar über sechs Jahre – unterstützt werden. So sollte einer Verödung der Dorfzentren entgegengesteuert werden. Diese Idee kam bei den Ratsvertretern auch gut an. Die von der Verwaltung vorbereitete Ursprungsfassung im Oktober hatte aber auch vorgesehen, dass die Mitgliedsgemeinden auf die Ausweisung neuer Baugebiete verzichten und dass der Kernort Lachendorf von Förderung ausgenommen ist. Das stieß im Samtgemeinderat auf Ablehnung: Beschlossen wurde vor zwei Monaten mehrheitlich: Der Verzicht auf die Ausweisung neuer Baugebiete wird gestrichen.

In der jüngsten Sitzung sollte die Richtlinie nachgebessert werden. Aus Gründen der Gleichbehandlung sei nicht zu rechtfertigen, den Kernort Lachendorf auszuschließen, nachdem die Richtlinie eine Förderung auch dann vorsieht, wenn die Gemeinden neue Baugebiete ausweisen, lautete die Begründung der Verwaltung in der Vorlage. Doch vor der Abstimmung erinnerte Joachim Lübbe (FDP) daran, dass die Idee mit der Förderung in Eldingen nach einem Workshop aufgekommen sei. Dort hatte die Gemeinde Hiddenhausen in Nordrhein-Westfalen ihre Erfahrungen mit einem entsprechenden Programm vorgestellt.

„Wenn jetzt auch in Lachendorf gefördert wird, kann ich mir an fünf Fingern abzählen, wo es hingeht“, sagte Lübbe, der auch Eldinger Bürgermeister ist. Die kleinen Mitgliedsgemeinden würden seit Jahren rumknapsen, Hohne, Eldingen und Beedenbostel hätten Probleme, junge Menschen in die Dörfer zu ziehen. „In Lachendorf muss man wirklich nicht fördern“, ergänzte Hans-Peter Barten (UB) und meinte, eigentlich müsste man die ganze Richtlinie wieder streichen.

„Wir könnten auf den alten Beschluss zurückgehen“, signalisierte Erhard Thölke (SPD). Allerdings wolle man die Gemeinde Lachendorf nicht brüskieren, sagte der Hohner Bürgermeister. Anschließend wurde in einer von der SPD beantragten Sitzungsunterbrechung von vielen Ratsmitgliedern in Grüppchen und Zweiergesprächen nach einer Lösung gesucht.

Thölke stellte dann den Kompromissvorschlag für die Förderrichtlinie vor: Sie soll für drei Jahre gelten, die Ausweisung neuer Baugebiete ist in dieser Zeit untersagt und der Kernort Lachendorf wird wieder gestrichen. 13 Ratsmitglieder stimmten für den Vorschlag, elf waren dagegen, es gab vier Enthaltungen. Ob das das letzte Wort ist, wird sich zeigen. „Wir können ja nächstes Mal einen neuen Antrag stellten“, meinte Wilhelm Kuhls (CDU). Für Samtgemeindebürgermeister Jörg Warncke ist wichtig, dass die Förderrichtlinie den potenziellen Nutzern ein gewisses Maß an Verlässlichkeit bietet. Gefördert werden soll ab 1. Januar 2016, im Haushalt der Samtgemeinde sind jährlich 25.000 Euro vorgesehen.

Von Joachim Gries