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Lachendorf Blumen-Geschäft in Lachendorf abgerissen
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Blumen-Geschäft in Lachendorf abgerissen
22:00 08.12.2015
Ein Bagger zerlegt die Gewächshäuser. Die Baustoffe werden getrennt und dann entsorgt.
Ein Bagger zerlegt die Gewächshäuser. Die Baustoffe werden getrennt und dann entsorgt. Quelle: Joachim Gries
Lachendorf

„Gibt es hier keine Blumen mehr?“, fragte die Autofahrerin, die gerade in den Altenceller Weg in Lachendorf gebogen war, und wies auf das ehemalige Geschäft. Vor über zwei Jahren wurden hier die letzten Blumen verkauft, seit Anfang vergangener Woche wird das frühere Blumenhaus Rienas mit den Gewächshäusern abgerissen. Bis Weihnachten soll das 1700 Quadratmeter große Grundstück leergeräumt sein. Bis dahin muss der Bagger noch oft hinlangen und die unterschiedlichen Materialien trennen und in Container laden.

56 Jahre hatte es das Blumengeschäft Rienas in Lachendorf gegeben, im November 2013 war Schluss gewesen. Gegründet hatten es Edmund und Emmi Rienas, in den letzten zehn Jahren hatte es die Tochter geführt, doch sie wohnt in Köln, und so war es schwierig, sich aus der Ferne um alles zu kümmern. „Der Betrieb war alt, die Heizung hätte erneuert werden müssen“, sagt die 80 Jahre alte Emmi Rienas. Das hätte die Tochter – inzwischen 60 – nicht mehr investieren wollen, und auch die Mitarbeiterinnen, denen das Geschäft angeboten worden war, wollten sich darauf nicht einlassen. Drei Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte seien zum Schluss beschäftigt worden.

„Es ist heute sehr schwer, als Geschäft zu überstehen“, sagt Emmi Rienas. Als sie und ihr Mann als Flüchtlinge ohne Geld in Lachendorf anfingen, habe es dort zwei Blumengeschäfte gegeben. „Und die Geschäfte liefen.“ Sie habe 30 Jahre lang das Zweiggeschäft in Celle geführt. Heute sei es die Konkurrenz der Supermärkte, die den Blumengeschäften zu schaffen mache. „Mit den Preisen konnten wir nicht konkurrieren.“ Auch würden die Kunden heute wenig Wert auf Qualität legen und nur auf den Preis schauen.

„Ein bisschen weh tut es“, sagt Emmi Rienas mit Blick auf den Abriss. Sie sei aber froh, dass es so zu Ende gegangen sei und alle Beschäftigten eine neue Stelle bekommen hätten. Erleichtert ist sie auch, dass die Gemeinde das Grundstück gekauft hat.

„Es gibt noch keine Pläne“, sagt Lachendorfs Gemeindedirektor Jörg Warncke. Die Kommune werde das Grundstück zum Kauf anbieten. Denkbar sei auf dem Gelände alles vom Wohnungsbau über betreutes Wohnen bis zu kleinen Geschäften oder Praxen.

Von Joachim Gries