Versteigerung im Internet

Samtgemeinde trennt sich von Notunterkünften

Die Samtgemeinde bietet die Wohncontainer am Rehrkamp in Lachendorf zum Verkauf an. Zu den Hintergründen und der künftigen Unterbringung von Flüchtlingen.

  • Von Carsten Richter
  • 12. Jan. 2022 | 07:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Carsten Richter
  • 12. Jan. 2022 | 07:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Lachendorf.

Sie tragen klangvolle Modellnamen wie "Atlas Oasis", "Vista Platinium" oder "Colorado". Ob allein die Bezeichnung ausreicht, um die vier Wohncontainer loszuwerden, bleibt abzuwarten. Immerhin: Etliche tausend Mal wurden die im Internet zur Versteigerung präsentierten Mobilhäuser aus Lachendorf schon angesehen und bis Dienstagnachmittag waren auch schon einige Gebote abgegeben worden.

Wohncontainer sollen nicht länger leer stehen

Seit Montag und bis zum 24. Januar läuft die Auktion der Samtgemeinde. Hintergrund sind nach Verwaltungsangaben weniger die anstehenden umfangreichen Bauarbeiten am Rehrkamp. Die vier Container stehen im hinteren Bereich des derzeitigen Bauhofs, der ins Gewerbegebiet umzieht und Platz macht für das neue Rathaus. Vielmehr soll ein noch längerer Leerstand vermieden werden.

Mobilheime am Rehrkamp als Notunterkünfte genutzt

Alle vier Mobilheime hat die Samtgemeinde 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise im Gebrauchtzustand erworben. Sie dienten kurzzeitig als Notunterkünfte. Alle Modelle verfügen über Wohn- und Schlafbereiche sowie Küche und Bad.

Objekte in Lachendorf standen lange Zeit leer

Wie Samtgemeindebürgermeisterin Britta Suderburg auf CZ-Anfrage mitteilt, steht der erste Container seit Dezember 2017 leer. Knapp zwei Jahre später gab es dann auch für das letzte der vier Mobilheime keine Nutzung mehr. "Sie müssten zur weiteren Nutzung teilweise mit viel Aufwand baulich in Stand gesetzt werden", erläutert Suderburg.

Hier können Flüchtlinge in der Samtgemeinde künftig wohnen

Was aber, wenn erneut Flüchtlinge untergebracht werden müssen? Die Verwaltungschefin sieht die Samtgemeinde gut gerüstet. Zum einen könne die am Sportplatz in Lachendorf aufgestellte Containerwohnanlage genutzt werden. Außerdem werde durch den Umzug der Jugendpflege ins künftige Familienzentrum am Rehrkamp am alten Standort Im Lohe Wohnraum frei. Zum anderen gibt es auch im Umkreis eine Möglichkeit: Die Außenstelle in Beedenbostel wird durch den Bau der neuen Krippe in Eldingen ab Spätsommer wieder frei. "Beide Wohnanlagen sind in einem bezugsfertigen Zustand und sind dauerhafte Lösungen", so Suderburg. Letztlich komme es aber nicht nur auf Unterbringungsmöglichkeiten an. Suderburg hebt hier die Arbeit der Integrationsbeauftragten Suzan Yilmaz zusammen mit dem Sozialamt hervor. "Sie schafft durch ihren persönlichen Einsatz ein Netzwerk für die Geflüchteten in der Samtgemeinde."

Weitere Infos zu den vier Mobilheimen und zu Besichtigungsmöglichkeiten unter www.lachendorf.de.