Tiere in Panik

Wolfsriss? Totes Pony bei Hohne gefunden

Auf einer Weide bei Hohne wurde ein totes Pony gefunden. Der Verdacht: Ein Wolf hat zugeschlagen. Hat auch ein verschwundenes Kalb damit zu tun?

  • Von Carsten Richter
  • 06. Sept. 2021 | 13:56 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Carsten Richter
  • 06. Sept. 2021 | 13:56 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Hohne.

Der Halter kennt seine Tiere genau: "Man merkt, wenn sie sich anders verhalten", erzählt der 59-Jährige aus Hohne. An jenem Morgen machten sie einen "leicht verwirrten" Eindruck auf den Mann, der anonym bleiben möchte. Was er vorfand, bereitet ihm Sorgen: Ein Pony lag tot auf der Weide am Ortseingang aus Richtung Helmerkamp. Es deutet vieles darauf hin, dass ein Wolf das junge Pferd gerissen hat.

Celler Wolfsberater geht von Wolfsriss aus

Wie die Cellesche Zeitung erst jetzt erfuhr, ereignete sich der Vorfall bereits in der Nacht vom 15. auf den 16. August. Man könne "so gut wie sicher" von einem Wolfsriss ausgehen, sagt der Celler Wolfsberater Volkhard Pohlmann auf CZ-Anfrage. Derzeit befindet sich der Kadaver aber noch in der Untersuchung. Etwa Mitte September sei mit einem endgültigen Ergebnis zu rechnen.

ACHTUNG! DIE FOLGENDEN BILDER KÖNNEN MÖGLICHERWEISE VERSTÖREND WIRKEN

Tiere auf Weide bei Hohne in Panik

Das mutmaßlich von einem Wolf getötete Jungtier lebte mit einem weiteren Pony und acht Rindern auf der Weide am Rande von Hohne. Die anderen Tiere blieben äußerlich unversehrt. Der Besitzer sagt, bis dahin sei noch nie ein Tier zu Schaden gekommen, allerdings hätten die Rinder und Ponys schon öfter einen nervösen Eindruck auf ihn gemacht. Gut möglich also, dass ein Wolf die Weide schon mehrfach aufgesucht hat.

Kalb in der Nacht geboren – und verschwunden

Ein mysteriöser Vorfall in der Nacht zuvor deutet ebenfalls auf einen Wolf hin. Eines der Rinder habe nachts gekalbt, das Kalb sei am nächsten Morgen nicht mehr da gewesen, berichtet der Tierhalter. Möglich also, dass ein Wolf das Kalb getötet und dann irgendwo versteckt hat.

Wolfsvorkommen im Raum Lachendorf bestätigt

Sowohl Wolfsberater Pohlmann als auch dem Besitzer sind bislang keine Wolfsrisse aus dem Raum Hohne bekannt. Anfang des Jahres war ein offenbar verletzter Wolf mehrfach zwischen Hohne und Müden (Aller) gesehen worden – er humpelte auffallend stark. Im Februar 2020 war in dem Bereich ein Wolf bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Ebenfalls im vergangenen Jahr war bei Lachendorf ein neues Wolfsrudel nachgewiesen worden.

Tierhalter aus Hohne: "Es war mal ein schönes Hobby"

Den Mann aus Hohne, der die Tiere als Hobby hält, machen die Vorfälle nachdenklich. "Ich mache mir Sorgen. Irgendwann wird es nur noch Stallhaltung geben", fürchtet er angesichts der Ausbreitung des Wolfes. Die Anschaffungskosten für einen wolfssicheren Zaun sind ihm zu hoch. "Schade", sagt er. "Es war mal ein schönes Hobby."