Hip-Hop-Video

Musikalische Liebeserklärung an Leben in Hohne

Kai Gabriel, Gerald Jänke und Sven Martens aus Hohne haben als Band „Das Leibliche Wohl“ ihr erstes Musikvideo veröffentlicht - eine Hommage an die Dorfkultur.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 23. May 2022 | 09:00 Uhr
  • 14. Jun 2022
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  • 23. May 2022 | 09:00 Uhr
  • 14. Jun 2022
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Hohne.

Sie kommen alle vom Dorf und kennen sich schon aus Schulzeiten. Doch das ist mehr als 30 Jahre her. Mittlerweile haben die drei Mitvierziger beruflich einiges erlebt, wohnten und arbeiteten in Großstädten wie Hamburg oder Berlin. Die enge Verbindung zu ihrem Heimatort Hohne und ihre Liebe zum einfachen Dorfleben haben sie jedoch nie abgelegt. Längst zurück in der Heimat veröffentlichten die Freunde Kai Gabriel, Gerald Jänke und Sven Martens unter dem Bandnamen „Das Leibliche Wohl“ nun ihr erstes Musikvideo. Der eher sanfte Hip-Hop-Song „Das Dorf“ stieß insbesondere in Hohne auf sehr positive Resonanz und wurde bisher knapp tausendmal bei YouTube aufgerufen.

Hip-Hop aus Hohne: „Das Leibliche Wohl“ veröffentlichen erstes Musikvideo

Angefangen hatte alles im Herbst 2020, als Kai Gabriel die Idee hatte, die Hip-Hop-Reime von Texter Gerald Jänke mit Musik zu hinterlegen. Reime mit plattdeutschen Anklängen, die zum Verständnis manchmal Insiderwissen voraussetzen, sind in ihnen doch viele versteckte Anspielungen auf das vergangene Hohner Dorfgeschehen versteckt. Erst später, als der Song schon so gut wie fertig ist, steigt der Spechtshorner Sven Martens mit der Videoproduktion in das Projekt ein.

Alte Hohner Schützenfestaufnahmen zugespielt

Für die einzelnen Szenen wird sogar ein Drehbuch geschrieben. In kleinen Schritten geht es langsam aber sicher voran. „Ich hatte in dieser Hinsicht ja gar keine technische Erfahrung und musste, was Schneiden, Mischen und Arrangement angeht, ordentlich Lehrgeld zahlen“, erzählt Martens. Als absoluter Glücksfall erweist sich, dass dem Trio, das sich weniger als Band, sondern mehr als produktives Kreativprojekt versteht, alte Hohner Schützenfestaufnahmen aus dem Jahr 1962 zugespielt werden. So wird das Video zu einem Mix aus alten und neuen Szenen, wobei die selben Standorte mit 60 Jahren Zeitunterschied vergleichend gegenübergestellt werden und die Wandlung des Ortes verdeutlichen. Diese Umsetzung ist außerordentlich gut gelungen und das Endergebnis kann sich sehen lassen. „Während meiner Zeit in der Hamburger Musikszene, als ich bei einer großen Plattenfirma beschäftigt war, haben wir um die Jahrtausendwende herum mal ein Video produziert, das hunderttausend Mark gekostet hat. Unsere Eigenproduktion ist nicht schlechter“, findet Kai Gabriel.

Hommage an die Dorfkultur

Ein Video, das die drei Freunde als eine Hommage an die Dorfkultur verstehen. „Auf dem Dorf kennst du jeden. Und Erlebnisse auf dem Dorf verbinden. Du bist im Grünen und hast viel Platz. Irgendwie passen die Leute aufeinander auf. Das ist für mich alles Lebensqualität, die man vielleicht in jungen Jahren nicht zu schätzen weiß“, sagt Sven Martens. „Hohne ist ein schönes kleines Dorf mit vielen tollen netten Menschen und mit einer funktionierenden Dorfgemeinschaft, die offen für Neues ist“, findet Kai Gabriel.

Gerald Jänke hat dafür seine eigene Definition: „Du weißt, dass du dazugehörst, wenn dir jemand auf dem Schützenfest aus einem Pulk heraus ein Bier reicht“, so der 44-jährige. Und „Schützenfest“ als starker Ausdruck der dörflichen Gemeinschaft ist für die drei Freunde immer wieder das Stichwort. „Von uns hat zwar keiner Ambitionen Schützenkönig zu werden, aber wir genießen es, dabei zu sein“, fügt Jänke an. Dabei dient der Besuch des Schützenfestes durchaus auch als inspirative Quelle für neue Projekte.

Nächster Song der Hohner Musiker schon in Arbeit

Der neue Song, der abermals das Dorfleben thematisiert, ist schon in Arbeit. „Das wird ein richtiger Dance-Kracher, der nach vorne geht“, verrät Kai Gabriel. Bleibt also nur noch zu klären, wie es zum Bandnamen „Das Leibliche Wohl“ kam. „Egal, ob nun beim Osterfeuer oder beim Flohmarkt. Auf jedem Veranstaltungsplakat steht der Beisatz „Für das leibliche Wohl ist gesorgt“. Gemeint ist damit dann immer Bier, Bratwurst und Kuchen. Das gehört zur Dorfkultur und deshalb ist das für uns auch ein kultiger Name“, erklärt Martens.

Von Jochen Strehlau

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