Bargfeld

Süße Waschbären - Böser Schaden

Auf einmal ging in Bargfeld gar nichts mehr. Jürgen Marwede musste nicht lange auf dem Bauernhof samt Ferienpension suchen, um die Quelle für den Kurzschluss zu finden. In die Gipsplatten einer Wand waren Löcher gefressen, die dahinter befindliche Hauptleitung schlichtweg „durchgedonnert“, so Hofbetreuer Marwede.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 16. Juli 2009 | 17:57 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 16. Juli 2009 | 17:57 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Bargfeld.

„Die haben die ganze Pension still gelegt,“ erinnert sich der Hofverwalter. „Die“ sind eine kleine Raubtierbande mit geschickten Händen und Zorromaske im Gesicht. Vier Waschären – eine Mutter mit drei Jungen – hat sich seit kurzen in einer Pappel auf dem Gehöft in Bargfeld eingenistet.

Die vorwiegend nachtaktiven Kleinbären sind seit einigen Jahren in Niedersachsen auf dem Vormarsch. Marwede vermutet, dass die Tierfamilie während Renovierungsarbeiten im nahgelegenen Gutshaus das Weite suchte und nun bei ihm ihr Unwesen treibt.

Trotz des Schadens kann Marwede den intelligenten Raubtieren nichts antun: „Ein Bekannter riet mir, die Waschbären mit Mistforke zu erschlagen – aber das kann ich nicht.“ Jetzt verteilt Marwede Bananen, Körner und Porree auf seinem Hof, in der Hoffnung, dass den Waschbären dadurch der Appetit auf Gipskartonplatten und Stromleitungen vergeht.

Von Eike Frenzel

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