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Beedenbostel Atmosphäre zum Wohlfühlen
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Beedenbostel Atmosphäre zum Wohlfühlen
13:50 28.06.2010
Beedenbostel

Immer wieder kommt es vor, dass man in einem Ort, dem man vorher kaum Beachtung geschenkt hat, zu einem Kulturtermin kommt und ganz erstaunt ist über die besondere Atmosphäre, die einen dort empfängt. Genau so ist es geschehen beim Besuch des Konzertes der Blechbläsergruppierung „emBRASSment“ in der Beedenbosteler Martins­kirche.

Zunächst fällt auf, dass auf dem Platz vor der idyllisch gelegenen Kirche Tische aufgebaut und liebvoll dekoriert worden sind, als ob die Musiker hier gleich unter freiem Himmel spielen würden und man danach gemeinsam würde feiern wollen. Jedoch bewegen sich die Menschen schnurstracks auf die Kirchentür zu, nach deren Öffnung man zunächst überrascht ist von der Menge der dort anwesenden Musikinteressierten. Und dann, kaum lässt man den Blick schweifen durch den Raum, beginnt man zu zweifeln an der eigenen Erinnerungsfähigkeit. In dieser wunderbaren Kirche mit einer so geschmackvollen kunsthandwerklichen Bemalung, räumlich ungemein gut gelungenen Darstellungen in den Fensterleibungen und auffallend gekonnt inszenierten Licht- bzw. Beleuchtungseffekten soll man schon einmal gewesen sein ohne das alles bemerkt zu haben? Im Gespräch mit der anwesenden örtlichen Chorleiterin klärt sich schnell alles. Die Kirche ist gerade komplett renoviert worden und dieser Tage planungsgemäß fertig gestellt worden. Und alle sind scheinen zufrieden: Das Ergebnis ist in der Tat optisch dermaßen gelungen, dass man in Beedenbostel nun von einem Kleinod norddeutscher Kirchenkunst sprechen kann. Und was den Musikfreund besonders erfreuen dürfte: Auch die Akustik ist jetzt gut in dieser Kirche.

Bei so viel Positivem fällt es dann nicht mehr so sehr ins Gewicht, dass das Konzert selbst ein wenig blass blieb. Man merkte den Musikern in vielen Nummern an, dass sie aufgrund einer kurzfristigen Umbesetzung noch zu wenig auf einander abgestimmt sind. Und so konnte auch manche Unsicherheit, speziell bei den Trompeten, kaum überhört werden. Trotzdem gelang eine durchaus gelungene Darbietung von Werken verschiedenster Epochen und unterschiedlichster Charakteristik. Je länger die Musiker spielten, desto lockerer wurden sie und nachdem man schließlich mit einem Bach-Choral eine besinnliche letzte Zugabe gespielt hatte, traf man sich zum gemütlichen Beisammensein vor der Kirche.

Von Reinald Hanke