Bilanz nach Großfeuer

Glück im Unglück nach Brand von Strohballen

Rund 1000 Strohballen wurden am Sonntag durch ein Feuer bei Oppershausen vernichtet. Trotzdem hat Landwirt Albrecht Knief noch Glück im Unglück gehabt.

  • Von Carsten Richter
  • 31. Aug. 2020 | 15:43 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Carsten Richter
  • 31. Aug. 2020 | 15:43 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Oppershausen.

Einen entspannten Sonntagnachmittag stellt man sich anders vor. Auch Albrecht Knief hätte gegen einen ruhigeren Verlauf nichts einzuwenden gehabt. Aber es kam anders. Bis 14.30 Uhr war der Landwirt aus Oppershausen auf dem Betriebsgelände am Moorweg, um Büroarbeiten zu erledigen. Es war alles in Ordnung, er hat nichts Auffälliges beobachtet. Dann fuhr der 55-Jährige nach Hause ins Dorf. "Ich habe gerade Kaffee getrunken, um 16 Uhr wollte ich dann wieder zurück sein am Stall, um die Kühe zu melken", erzählt Knief der CZ. Dann bekam er einen Anruf, es solle in der Nähe brennen – durch den Brand von 1000 Strohballen war der Sonntag damit für ihn und seine Familie gelaufen.

Kuhstall blieb von Feuer verschont

Fakt ist: Der Stall mit den knapp 500 Kühen und Kälbern blieb von den Flammen verschont, auch das benachbarte Maisfeld konnte weitestgehend gerettet werden. Verloren sind hingegen rund 1000 Stroh- und Heuballen, die ganz in der Nähe des Kuhstalls dem Feuer zum Opfer fielen. "Alle Rundballen aus diesem Jahr sind zerstört", zieht Knief ernüchternd Bilanz. Nur ein paar Quaderballen, die an einer anderen Stelle standen, sind noch übrig. Ebenfalls das Stroh, das aus dem vergangenen Jahr noch übrig ist. "Damit kommen wir erstmal aus, danach müssen wir neues Stroh hinzukaufen", sagt der Landwirt.

Kräftezehrender Einsatz für Feuerwehr Flotwedel

Hinter der Feuerwehr liegen kräftezehrende Stunden. Die ganze Nacht hindurch waren die ehrenamtlichen Helfer vor Ort, bis gestern Nachmittag dauerten die Nachlöscharbeiten an. "Die Strohballen heizen sich im Inneren auf. Wegen der hohen Temperaturen müssen wir sie zum Löschen auseinanderziehen", erläutert Marcel Neumann, Sprecher der Feuerwehr Flotwedel. Das sei am Sonntag aber zunächst nicht möglich gewesen.

Radfahrer bemerkten Rauch bei Oppershausen

Zunächst hatten Radfahrer am Sonntag gegen 15.45 Uhr eine Rauchentwicklung am Moorweg zwischen Oppershausen und Osterloh bemerkt und den Notruf gewählt. Als die Retter vor Ort eintrafen, standen die 1000 Strohballen schon voll in Flammen. Aufgabe der Feuerwehren aus Oppershausen, Wienhausen, Eicklingen, Bockelskamp und Offensen war es zunächst, eine Ausbreitung der Flammen auf die Ställe und das Maisfeld zu verhindern. "Aufgrund des bereits weit fortgeschrittenen Brandes und des begrenzten Areals konnten die Strohballen nicht auseinander gezogen und abgelöscht werden, weshalb die Einsatzleitung entschied, die Strohballen kontrolliert abbrennen zu lassen", so Neumann. Eine Brandwache hielt in der Nacht die Stellung, um zu verhindern, dass sich das Feuer unkontrolliert ausbreitet.

Landwirt Albrecht Knief: "Hatten Glück im Unglück"

"Wir hatten Glück im Unglück, es kam niemand zu schaden", sagt Landwirt Knief. Er dankt nicht nur der Feuerwehr, sondern einigen Berufskollegen, die seiner Familie mit Stroh ausgeholfen haben. Eine halbe Stunde später als geplant konnte er am Sonntagnachmittag seine Kühe melken. "Sie hatten keine Panik und haben sich trotz des Qualms und der vielen Leute sehr ruhig verhalten", berichtet der Landwirt, der den Futterbaubetrieb, die Allerwiesen GbR, zusammen mit seinem Partner Matthias Pahls führt.

Polizei Celle ermittelt Ursache

Die schnelle Ausbreitung des Feuers überrascht Knief wenig. "Das Stroh war so was von trocken", erzählt er. Hat es sich von selbst entzündet oder hat jemand nachgeholfen? Das herauszufinden, ist nun Aufgabe der Polizei. "Ersten Schätzungen zufolge ist ein Sachschaden in fünfstelliger Höhe entstanden", teilt Polizeisprecherin Birgit Insinger mit. Die Beamten haben die Ermittlungen aufgenommen. Zur Ursache können derzeit noch keine Aussagen getroffen werden.