Wienhausen

Schwerpunkt Bau und Naturschutz

„Wir wollten den LIONS-Grundsätzen im Südkreis Ausdruck verleihen“, sagt Hans-Jörg Wisch. Der Präsident des Lions Club Wienhausen Flotwedel – so die offizielle Schreibweise – spricht damit den Grund für die Gründung seiner Gemeinschaft im Jahr 1984 an. Nach 25 Jahren umfasst sie heute 33 Mitglieder aus verschiedenen Berufen wie Techniker, Selbständige, Angestellte, Landwirte, Handwerker, Ärzte und Lehrer, Architekten, Juristen, Ingenieure, Pfarrer und Kaufleute.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 16. Juli 2009 | 16:36 Uhr
  • 14. Juni 2022
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  • 14. Juni 2022
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Wienhausen.

Es ist ein Prinzip, dass möglichst alle Bevölkerungsschichten vertreten sein sollen. Ein weiterer Grundsatz besagt, dass lediglich Männer ausgenommen werden. Zwar gibt es in Deutschland inzwischen gemischte Lions-Clubs und sogar solche, die lediglich Damen aufnehmen, aber in Wienhausen-Flotwedel vertritt man die Tradition. So sind bei einer Spezialität der Wienhäuser Lions die Herren unter sich.

Es handelt sich dabei um die Herbst-Wanderung. Jährlich einmal wandern alle Club-Mitglieder übers Wochenende in eine etwas entferntere Region, also in den Harz, durch den Odenwald oder an der Ostsee entlang. Dabei werden kulturhistorische oder sonst wie interessierende Punkte aufgesucht, über die dann von Fachleuten ausführlicher informiert wird.

Selbstverständlich bleiben die Damen nicht gänzlich ausgeschlossen. Bei gesellschaftlichen Veranstaltungen, zu Clubtreffen mit Vorträgen werden Damen geladen. „Einige unserer Aktivitäten, wie etwa der jährliche Weihnachtsmarkt, werden voll von unseren Damen getragen“, stellt Präsident Wisch voller Anerkennung fest.

Der Lions-Club ist hehren Grundsätzen verpflichtet. „Wir organisieren Activities, die finanzielle Mittel freisetzen, um diese im Regionalbereich an bedürftige Einrichtungen, Organisatoren mit karitativem Charakter aber auch an in Not geratene Familien oder Personen weitergegeben werden“ – so umreißt der Lions-Club seine Intensionen in dem Flyer „Wir stellen uns vor“.. Daraus folgt für das einzelne Mitglied, jederzeit „daran zu denken, dass es zum Aufbau meiner Existenz nicht notwendig ist, diejenige eines anderen zu zerstören“, wie es weiter heißt. „Wir sind eben kein Verein wie jeder x-beliebige Kaninchenzüchterverein“, sagt Vize-Präsident Frank-Rüdiger Pawils. Vielmehr bewegen sich die Mitglieder in einer Club-Atmosphäre. Der findet seinen besten Ausdruck in dem monatlichen Treffen. An jedem ersten Donnerstag im Monat kommen die Lions-Freunde im Celler „Fürstenhof“ zusammen. Oftmals werden dazu Referenten eingeladen, die Darstellung zu Themenkomplexen abgeben, die Zielvorstellungen der Lions-Freunde berühren. Das sind in erster Linie in „Bau und Naturschutz“, umreißt global Activity-Beauftragter Friedrich-Wilhelm Hartmann die Schwerpunkte.

Der Lions-Club Wienhausen-Flotwedel hat sich in der Vergangenheit nicht auf den südlichen Teil des Landkreises Celle beschränkt, sondern seine Ideale über die Grenzen getragen. Das geschah ganz aktiv durch Mithilfe beim Aufbau eines gleichartigen Clubs in Krotoszyn in der polnischen Provinz Poznan (Posen). Dorthin fanden erste intensive Kontakte im Oktober 1990 statt. Als Gründungspate nahm dann der Lions-Club Wienhausen-Flotwedel an der feierlichen Aufnahme des neu gegründeten polnischen Clubs in die Gemeinschaft im Februar 1991 teil. So gilt hier ebenso das Motto, unter dem sich die Mitglieder des Lions-Club Wienhausen-Flotwedel zusammenstehen: Verantwortung übernehmen und Geld beschaffen für gute Taten

HISTORIE

Wienhausen-Flotwedel vertritt LIONS-Ideale im Südkreis

WIENHAUSEN. Es waren 21 Männer, die Ende 1983 beschlossen, einen Lions-Club Wienhausen-Flotwedel zu gründen. Möglicherweise hatte sie dazu die Gründung des Lions-Club Hermannsburg angeregt, der das Lions-Motto „We serve“ – wir dienen – im nördlichen Landkreis Celle vertrat. Am 1. Dezember 1983 fanden sich 20 Männer – einer war von dem Vorhaben wieder zurückgetreten – zusammen und gründeten im „Mühlengrund“ in Weinshausen den Lions Club Wienhausen Flotwedel. So steht der Name offiziell in der Chronik, die weiter vermeldet: „Als Patenclub wurde der Lions Club Burgdorf genommen. Der Gründungspräsident war Gerhard Seetzen aus Nienhagen“. Die offizielle Aufnahme in die Lions-Organisation Deutschland erfolgte dann mit der so genannten „Charter-Feier“, in der die Charter, also das Aufnahmedokument überreicht wurde, am 25. Februar 1984 im „Fürstenhof“ in Celle. „Anwesend dabei war District Governor Dr. Ahrens aus Hildesheim und diverse geladene Gäste“, heißt es weiter. Durch widrige Umstände sind bedauerlicherweise jedoch heute keine Fotos mehr aus diesen Tagen verfügbar.

Der vorstehend gebrauchte Terminus „District Governor“ verweist auf den englischen Sprachraum, in diesem Fall in die USA des Jahres 1917. Am 7. Juni diese Jahres rief Melvin Jones die Führer aller existierenden Hilfsorganisationen in Chicago zusammen. Er vereinte sie zum LIONs Club. Dieses Datum wird als Gründungstag angesehen.

Bis 1948 blieb die Lions Organisation auf die westliche Hemisphäre beschränkt, erst dann kam es zu ersten Gründungen in Schweden und der Schweiz. In Düsseldorf wurde 1951 der erste deutsche Lions-Club gegründet. Heute bestehen rund 1400 solcher Clubs (davon 75 reine Damen-Vereinigungen) mit gut 47000 Mitgliedern. Sie alle sind in 16 Distrikte organisatorisch zusammengefasst.

Bereits ein Vierteljahr nach seiner Gründung startete der neue Lions-Club ein langfristig angelegtes Projekt mit dem Abriss und anschließendem Aufbau eines Schafstalls. Am zweiten Adventswochenende 1984 beteiligt sich der Lions-Club Wienhausen-Flotwedel am Weihnachtsmarkt in Wienhausen. Damit beginnt eine Tradition, die bis heute beibehalten wird. Der Gewinn wird wohltätigen Zwecken zur Verfügung gestellt.

Ein denkwürdiges Datum in der Club-Geschichte ist der 3. August 1989. Während in Berlin die Mauer noch steht, besuchen sechs polnische Gäste den Clubabend. Es kommt zu einem Gespräch über eine Clubgründung in Polen.

Im Juli 1994 unternimmt der Lions-Club Wienhausen-Flotwedel eine gemeinsame Hilfsaktion mit dem Rotary Club Celle. Technische und medizinische Geräte sowie Gebrauchsartikel werden nach Gerdauen, in der Nähe des russischen Kaliningrad (ehemaliges Königsberg) gebracht.

Im Juli 2001 gehören 33 Mitglieder dem Lions-Club an. Nach zahlreichen Schwankungen, die zeitweilig die Personenzahl bis 40 ansteigen lässt, entspricht diese Angabe dem heutigen Mitgliederbestand.

AKTIVITÄTEN

Begegnungsraum und Gesundheit

WIENHAUSEN. Unter dem generellen Motto „We serve“ – wir dienen – stehen die Aktivitäten aller Lions-Clubs auf der ganzen Welt. Der Club Wienhausen-Flotwedel macht da natürlich keine Ausnahme. Zwei Projekte hingegen sind für den Südkreis-Club charakteristisch.

Da ist zum einen die „Activity Schafstall“. „Activity“ werden alle nach außen gerichteten Betriebsamkeiten der Clubs genannt, es gibt dafür sogar einen speziellen Activity-Beauftragten, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Die erste auf längere Dauer angelegte Aktivität wurde am 26. Mai 1984 mit dem Abriss eines Schafstalls begonnen. Der stand in der Feldmark bei Wesendorf (Kreis Gifhorn). Nach längeren Verhandlungen mit anderen Interessenten begann dessen Wiederaufbau auf dem Kirchengelände in Nienhagen. Die Bauarbeiten waren fünf Jahre später abgeschlossen, so dass im September 1989 der Schafstall der Kirche in Nienhagen übergeben werden konnte. Dort bietet seither das alte Fachwerkgebäude Räumlichkeiten für kirchliche Veranstaltungen und Begegnungen. Der Lions-Club hat sich dabei das Recht auf Nutzung für seine Zwecke ausbedungen.

Ein zweites Projekt betrifft die „Klasse 2000“. Diese Bezeichnung steht für ein Programm zur Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltprävention für Kinder im Grundschulalter. Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse werden dabei in Kooperation mit Eltern, Lehrern und externen Gesundheitsförderern begleitet. Zur Jahrtausendwende entwickelt, schloss sich der Lions-Club im Jahre 2007 der weitreichenden Aktivity an. „Wir hatten seinerzeit zu einer Informationsveranstaltung alle Grundschulen in die ‚Union’ in Celle eingeladen“, erzählt Dirk Kleinau, der als Beauftragter für dieses Projekt fungiert. Gesundheitsförderin Vera Hiete sprach vor Schulleitern und Lehrern über die Intentionen des Projektes. „Die Resonanz war sehr gut“, erinnert sich Club-Präsident Hans-Jörg Wisch. Seither werden 27 Grundschulklassen durch eigene Lions-Mitglieder oder vermittelte Sponsoren finanziell bei der Gesundheitserziehung unterstützt. Die reicht vom richtigen Zähneputzen bis zur Information über Rauschmittel und Alkohol. „Die Kinder sind hinterher besser drauf“, hat Vize-Präsident Frank-Rüdiger Pawils festgestellt. Beispielsweise ist jetzt schon den Grundschülern die schädliche Wirkung des Alkohols bewusst, er wird nicht mehr als zum Leben gehörig gesehen; ganz ähnlich fällt die Beurteilung der Rauschmittel aus. „Mit diesem Erfolg im Rücken und weiterhin viel Elan werden alle Mitglieder des Clubs die Bemühungen um neue Patenschaften für das Schuljahr 2009 /2010 fortsetzen“, ist sich Dirk Kleinau sicher.

Von Udo Genth

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