Anlieger informieren

Sanierung der Bungerstraße wird günstiger

Die geplanten 400.000 Euro für den Ausbau der Bungerstraße in Wienhausen sind vom Tisch. Noch vor den Sommerferien wird es eine Entscheidung geben.

  • Von Carsten Richter
  • 09. Juni 2021 | 09:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Carsten Richter
  • 09. Juni 2021 | 09:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Wienhausen.

Beim geplanten Ausbau der Bungerstraße lassen die Anlieger in Wienhausen nicht locker. In einem Schreiben an Rat und Verwaltung bitten sie um Aufschub der Sanierung – am liebsten bis nach der Landtagswahl im kommenden Jahr, nach der sich neue Mehrheiten für eine generelle Abschaffung der Beiträge ergeben könnten. Den Anliegeranteil von 75 Prozent an den Kosten bezeichnen sie als unverhältnismäßig. Unterdessen zeichnet sich ab, dass die Arbeiten an der maroden Straße im Ortskern Wienhausens deutlich günstiger werden als zunächst angenommen.

Gemeinde Wienhausen rechnet mit 170.000 Euro

Gemeindedirektor Helfried H. Pohndorf spricht nun gegenüber der CZ von Planungskosten von geschätzt 170.000 Euro. Daraus ergebe sich ein Anliegeranteil von 112.500 Euro, rechnet der Verwaltungschef vor – damit wäre man von den 400.000 Euro, die ursprünglich im Raum standen, weit entfernt.

Rat entscheidet vor Sommerferien über Ausbau

Pohndorf kündigte eine "umfangreiche Information" an. Darauf hatte sich kürzlich der Verwaltungsausschuss verständigt. In den kommenden 14 Tagen solle jeder Anlieger ein Schreiben zu den Ausbauplänen bekommen, sagte Pohndorf auf Anfrage. Daraufhin hätten die Betroffenen die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben. Nach deren Durchsicht werde kurz vor den Sommerferien, um den 20. Juli herum, der Rat über den Ausbau entscheiden.

CDU: Kommen um Ausbau der Bungerstraße nicht herum

Wie diese Entscheidung aussehen könnte, lässt sich vage erkennen. CDU und Grüne lassen keinen Zweifel daran, dass etwas passieren muss. "Wir kommen an einem Ausbau nicht vorbei", sagte CDU-Fraktionschef Marco Knoop mit Blick auf den Zustand der Bungerstraße und die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde. Der Ausbau müsse allerdings "behutsam" passieren. Seine Fraktion lege Wert darauf, dass die günstigste abrechenbare Variante gewählt werde. "Wir wollen an einem Strang ziehen und gemeinsam etwas entwickeln."

Grüne wollen günstigste Variante

Für Ingo Rodemann, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Wienhäuser Gemeinderat, hat die Bungerstraße "höchste Priorität". Er spricht sich ebenfalls für die "günstige Variante" aus. Eine neue Deckschicht aber sei notwendig. Zudem müssten Rollator- oder Rollstuhlfahrer gefahrlos die Straße passieren können. Der Grüne mahnte dazu, Ruhe zu bewahren. "Wir müssen abwarten, was die Gemeinde will, und die Bedenken der Bürger anhören."

SPD in Wienhausen will Strabs abschaffen

Die SPD war im jüngsten Verwaltungsausschuss mit ihrem Antrag gescheitert, aktuelle Ausbauvorhaben wie den der Bungerstraße vorerst zu stoppen. Mit Blick auf die CDU-geführte Mehrheit im Rat ist es wahrscheinlich, dass ein Ausbau noch vor den Ferien beschlossen wird. "Ich bin Realistin", sagte Ackermann und gibt sich versöhnlich. "Es hat wenig Sinn, jetzt etwas loszutreten". Ihr Ziel, die Beiträge abzuschaffen, wollen die Sozialdemokraten aber weiterverfolgen.

Anlieger bitten um Aussetzen der Beitragspflicht

Anlieger-Sprecher Tobias Kruse-Heidemann bittet Rat und Verwaltung "im Sinne des Miteinanders und des sozialen Friedens in der Gemeinde um Aufschub der Sanierungsmaßnahmen". Eine Aussetzung der Beitragspflicht bis zur politischen Klärung, wie es mit den Straßenausbaubeiträgen (Strabs) weitergehe, sei ein "Minimalkonsens". CDU-Fraktionschef Knoop hält dagegen, dass eine Änderung der Strabs besonders für Kommunen mit einem defizitären Haushalt wie Wienhausen mit einem zeitaufwändigen rechtlichen Verfahren verbunden sei. "Man kann nicht erwarten, dass eine Entscheidung innerhalb eines Jahres zustande kommt." Da werde die Zeit bis zur Landtagswahl 2022 nicht reichen.