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Wienhausen Gegen verbrauchte Luft im Klassenzimmer
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Messgeräte in Grundschule Wienhausen erinnern ans Lüften im Unterricht

18:08 19.11.2020
Luftqualität im Klassenraum verbessern: Piepst das CO2-Messgerät, werden sofort die Fenster geöffnet. Quelle: Katharina Liebe
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Wienhausen

Mit sinkenden Temperaturen steigen die Herausforderungen an den Schulbetrieb. Allem voran in der Grundschule, wo bisher weiterhin in voller Klassenstärke, aber ohne Masken unterrichtet wird. Das Mittel der Wahl heißt hier: Lüften. Dabei helfen CO2-Messgeräte, die seit Anfang November in Wienhausen auf Initiative des Schulvereins in allen Klassenräumen die Luftqualität überwachen. Immer beliebter werden auch Luftfilter, zum Beispiel in Nienhagen.

Regelmäßiges Lüften im Klassenraum wichtig

Damit sich Coronaviren nicht durch Aerosole potenziell infizierter Personen über die Raumluft im Klassenzimmer verteilen, muss in jeder Unterrichtsstunde regelmäßig gelüftet werden. Während die Fenster bis in den Herbst hinein durchgehend geöffnet waren, wird nun bei sinkenden Temperaturen stoßweise gelüftet. Die Vorgabe lautet: Nach 20 Minuten Unterricht fünf Minuten Fenster öffnen. Soweit die Theorie. Je nach Raumgröße und Klassenstärke kann dieser Zeitraum nämlich variieren. Im ungünstigsten Fall ist die Luft im Raum schon vor den veranschlagten 20 Minuten verbraucht. Die Eieruhr, die bisher im Klassenraum als technisches Hilfsmittel zur Verfügung stand, weiß davon allerdings nichts.

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So funktionieren die Geräte an der Grundschule Wienhausen

„Aufmerksame Eltern haben darauf hingewiesen, dass das besser geht. Nämlich mit CO2-Messgeräten, die im Raum aufgestellt werden und die Luftqualität messen“, erklärt Stefanie Waldhoff, Vorsitzende des Schulvereins Wienhausen. Die kleinen Geräte bieten eine Echtzeit-CO2-Überwachung durch einen hochpräzisen Sensor. Dieser gibt ein akustisches Signal, sobald der CO2-Gehalt der Luft einen voreingestellten Wert überschreitet. Piepst das Gerät, werden sofort die Fenster geöffnet. Spätestens jedoch immer nach 20 Minuten, wie behördlich vorgegeben. „Dass solche Geräte in der aktuellen Lage hilfreich sind, haben nicht nur wir herausgefunden – vielerorts sind sie bereits ausverkauft. Das Land Berlin zum Beispiel hat kürzlich bekannt gegeben, all seine Schulen mit CO2-Messgeräte auszustatten, um das Lüften zu optimieren“, so Waldhoff.

Ein Gerät für jede Klasse

In Niedersachsen gehören die Geräte nicht zur Standardausstattung der Schulen. „Sinn macht die Anschaffung solcher Hilfsmittel aber eben genau jetzt. Deshalb haben wir uns nach Absprache mit der Schulleitung dafür entschieden, jeweils ein Gerät für jede Klasse und vier weitere Geräte für den Ganztag anzuschaffen", sagt Waldhoff. Den Großteil der Kosten trägt der Schulverein Wienhausen. Darüber hinaus haben sich viele Eltern mit einer Spende von zwei Euro an der Finanzierung beteiligt.

Finanzielle Mittel des Landes werden anders verwendet

Die zusätzlichen Mittel, die die Landesregierung den Schulen in Aussicht gestellt hat, können in Wienhausen für andere Hilfsmittel zum Infektionsschutz verwendet werden. Denn dort sind die CO2-Messgeräte, die Kultusminister Grant Hendrik Tonne unter anderem vorschlägt, bereits seit zwei Wochen im Einsatz. „In großen Räumen mit vergleichbar wenigen Kindern der unteren Jahrgänge kommen wir mit 20 Minuten gut hin, aber in den höheren Jahrgängen der Klassen 3 und 4 war die Luftqualität deutlich früher so bedenklich, dass vor Ablauf der 20 Minuten gelüftet werden musste“, sagt Schulleiterin Kerstin Seelig. „Hilfsmittel wie CO2-Messgeräte können die Gefahr nicht bannen, aber dazu beitragen, wirklich rechtzeitig zu lüften. Denn jede Minute zählt“, so Waldhoff.

Von Katharina Liebe

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