Samtgemeinde informiert

Umweltschutz beginnt im heimischen Garten

Wo fängt man beim Umweltschutz an? Die Antwort lieferte der Kleine Umwelttag der Samtgemeinde Flotwedel: im eigenen Garten. Und so geht das.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 01. Nov. 2021 | 06:57 Uhr
  • 12. Juni 2022
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  • 01. Nov. 2021 | 06:57 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Wienhausen.

Schottergärten, exotische Gräser und Kunstrasen – all dies sind Dinge, die sich bei der Gartengestaltung auch im Celler Land nicht erst seit gestern einer hohen Beliebtheit erfreuen. Immer seltener werden die Anblicke heimischer Wiesenflächen oder Wildgärten, die vor Artenvielfalt sprichwörtlich aus allen Nähten platzen. Die Folgen dieses Trends sind verheerend und doch wohl den wenigsten Menschen präsent. Um unter anderem hierauf aufmerksam zu machen, fand am vergangenen Samstag der achte Kleine Umwelttag in der Samtgemeinde Flotwedel statt. In unmittelbarer Nähe des Klosters Wienhausen hatte die ortsansässige Nabu-Gruppe ein beachtliches Angebot geschaffen, das demonstrieren sollte, was im eigenen Garten möglich ist.

Bewusster mit und für den eigenen Garten arbeiten

„Viele der beliebten Pflanzen gehören einfach nicht hierher und können dementsprechend nicht von der heimischen Tierwelt genutzt werden. Darunter leidet die gesamte Nahrungskette“, gibt Peter Schmidt, Schirmherr der Aktion, energisch zu verstehen. Die Menschen sollten seiner Meinung nach bewusster mit und für den eigenen Garten arbeiten, um so der Natur unter die Arme zu greifen. „Insekten, Vögel, Nagetiere. Sie alle sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Wenn man über Umweltschutz nachdenkt, ist das der erste Beitrag, den man ohne großen Aufwand leisten kann“, so Schmidt weiter.

Umwelttag in Wienhausen erfreut sich großen Zulaufs

Eine Grundhaltung, der sich auch seine Mitstreiterin Angelika Rode-Kulhawy anschließt: „Ich habe das Gefühl, dass die Menschen immer sensibilisierter für das Thema Umweltschutz sind und sich auch persönlich dafür interessieren. Viele wissen aber nicht, wie und wo sie persönlich damit anfangen sollen beziehungsweise was sie selbst tun können. Darum sind wir heute hier“, erzählt sie mit Verweis auf den sichtbar großen Zulauf der Aktion. Der Ort für den Umwelttag sei übrigens ganz gewusst gewählt worden, so Rode-Kulhawy. Man habe so auch ein klares Zeichen gegen den geplanten Nutzungs- und Bebauungsplan der Klostergemeinde setzen wollen, der vorsehe, weitere Naturflächen zuzubetonieren.

"Ökologischer Garten muss nicht teuer sein"

Eine der Besucherinnen an diesem durchwachsenen Herbstsamstag ist die begeisterte Hobbygärtnerin Sybille Thiele, die allerhand Tipps und Kniffe zu naturbelassener Düngung und perfekter Bodenbeschaffenheit auf den Lippen hat. „Ein ökologischer Garten muss nicht zwangsweise teuer und arbeitsaufwendig sein. Es geht auch anders. Wenn man bewusst an die Gartenarbeit herangeht, sorgt die Natur, sorgen die Kleinstlebewesen beinahe von allein für die nötige Ordnung“, erklärt die gut informiert wirkende Seniorin lächelnd. Sie selbst biete regelmäßig Führungen durch ihren etwa 1000 Quadratmeter großen Naturgarten an, um den Menschen zu zeigen, zu welcher Pracht und Schönheit ein naturbelassener Garten fähig ist, so Thiele weiter.

Nabu will Aktion im Flotwedel im nächsten Jahr fortsetzen

Das breite Interesse am Kleinen Umwelttag in der Samtgemeinde Flotwedel sprach so oder so für sich und bot allen Beteiligten reichlich Grund zur Freude. „Wir werden auch im nächsten Jahr wieder versuchen, unsere Anliegen voranzubringen und den Menschen deutlich zu machen, dass Umwelt- und Naturschutz im eigenen Garten beginnen“, versichern Peter Schmidt und Angelika Rode-Kulhawy dabei einstimmig.

Von Pascal Bangemann

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