Kandidat Frank Böse

Verwaltungs-Urgestein will Rathaus-Chef werden

Seit über 30 Jahren gehört Frank Böse der Verwaltung im Flotwedel an. Nun will das Urgestein den Chefsessel im Rathaus erobern. Das will er umsetzen.

  • Von Carsten Richter
  • 26. Jun 2021 | 16:00 Uhr
  • 12. Jun 2022
  • Von Carsten Richter
  • 26. Jun 2021 | 16:00 Uhr
  • 12. Jun 2022
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Langlingen.

Er kann mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Verwaltung vorweisen und ist ein echtes "Flotwedeler Kind". Jetzt strebt Frank Böse einen nächsten großen Schritt in seinem Berufsleben an. Seit Mai 2020 ist der 56-Jährige Leiter des Fachbereichs Bauen. Wenn Samtgemeindebürgermeister Helfried H. Pohndorf und Verwaltungsvize Hermann Schulz nicht da sind, springt Böse ein. Nun soll aus der Nummer drei im Wienhäuser Rathaus die Nummer eins werden. "Den Schritt Nummer zwei möchte ich überspringen", sagt Böse und lacht. Als weiterer parteiloser Einzelbewerber, der von der CDU unterstützt wird, stellt sich der Eicklinger am 12. September zur Wahl für das Amt des neuen Verwaltungschefs. Mit Nina Schoeneck und Frank Böse buhlen nun zwei Kandidaten um die Gunst der Wähler in der Samtgemeinde.

Frank Böse ist ein Kind der Samtgemeinde Flotwedel

Seit der Geburt in Celle hat Frank Böse das Flotwedel praktisch nie verlassen. Seine Familie ist seit Generationen in Eicklingen zu Hause. Vom Haus seiner Schwiegereltern, in dem Böses leben, sind es nur 500 Meter bis zu seinem Elternhaus. Weit herumgekommen ist er also nicht. "Es stimmt alles. Warum sollte ich etwas verändern?", meint Böse und strahlt große Zufriedenheit aus. Der verheiratete Vater zweier erwachsener Söhne ist fest verwurzelt in der Samtgemeinde, hat gute Kontakte im gesamten Landkreis und weiß, wen er ansprechen muss, wenn es zum Beispiel um die Förderung von Bauprojekten geht.

Seit 1988 bei der Samtgemeinde Flotwedel beschäftigt

So bodenständig und erfahren Frank Böse auch ist, so soll es im Falle seiner Wahl ein "Weiter so" dennoch nicht geben. Der Verwaltungsmann arbeitet seit dem 1. August 1988 bei der Samtgemeinde, hat dort ein paar Jahre zuvor seine Ausbildung zum Fachangestellten abgeschlossen. Böse kennt die Abläufe im Rathaus so gut wie kaum ein anderer – und er weiß, was anders werden soll. "Wir wollen mehr Service bieten. Der Bürger soll sich im Rathaus aufgehoben fühlen", sagt Böse. Jeder Einwohner soll, wenn er möchte, Zugangsdaten für ein sogenanntes Bürgerkonto bekommen. Wer beispielsweise einen neuen Personalausweis beantragt, kann dann auf der Homepage der Samtgemeinde an einem Ampelsystem den Stand der Bearbeitung einsehen.

Flotwedel soll noch attraktiver für Touristen werden

Weiteres Vorhaben: Flotwedel soll noch attraktiver für Touristen werden. Zusammen mit der Lokalen Aktionsgruppe der Leader-Region sollen neue Konzepte entwickelt werden. Tourismus solle sich nicht mehr nur auf die Klostergemeinde konzentrieren, sagt Böse. "Ich verstehe mich als Ideengeber, Unterstützer und Koordinator", so der 56-Jährige, der bei dem Thema auch Vorschläge von Bürgern und aus den Räten berücksichtigen will.

Mehr tun beim Klimaschutz

Anpacken will Böse auch beim Klimaschutz. Photovoltaikanlagen auf den Dächern kommunaler Gebäude, die Installation von Elektro-Ladesäulen, Energieeinsparung bei der Straßenbeleuchtung – Ideen gibt es genug. Auch der öffentliche Nahverkehr in der Samtgemeinde müsse attraktiver werden. Der Bürgerbus solle bei der Fahrersuche unterstützt werden. Und für Bahnfahrten in Richtung Hannover will Böse eine Anbindung an den Bahnhof in Dollbergen realisieren.

Samtgemeinde muss um Ärzte werben

Sorgen macht er sich um die Ärzteversorgung: "2025 haben fünf Ärzte im Flotwedel die Altersgrenze erreicht. Wir müssen rechtzeitig miteinander ins Gespräch kommen." Alle Kinder sollen in ihrer Gemeinde einen Betreuungsplatz bekommen – dafür fehle bislang ein langfristiges Konzept. Zusammen mit den Schulen müsse der mittelfristige Raumbedarf ermittelt werden. Für ältere Bürger wiederum sollen mehr Veranstaltungen angeboten werden. "Dazu brauchen wir wieder einen Seniorenbeirat", sagt Böse.

Frank Böse ist kein Parteimitglied

Parteimitgliedschaft? Für den Einzelbewerber, der von der CDU unterstützt wird, war das nie ein Thema. "Wir wollen etwas für die Sache tun", gibt er vor. Einen "Wahlkampf" im wörtlichen Sinne werde es nicht geben. Er werde viele Gespräche führen, aber nicht von Zaun zu Zaun gehen.

Urgestein beim TuS Eicklingen

Nicht nur in der Verwaltung hat Frank Böse fast alle Abteilungen durchlaufen, auch beim TuS Eicklingen ist er ein Urgestein. Und bodenständig wie er ist, steht für ihn im Fall seiner Wahl fest: "Ich werde auch weiter Fußball spielen. Ich verstelle mich nicht und bleibe, wie ich bin."