Ab Ostern

Digitale Tour durch Kloster Wienhausen

Fotograf Martin Menzel hat das Kloster Wienhausen digitalisiert. An Ostern soll die 360-Grad-Tour im Internet starten.

  • Von Jürgen Poestges
  • 28. März 2021 | 16:54 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Jürgen Poestges
  • 28. März 2021 | 16:54 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Wienhausen.

Es war eine Arbeit von rund zweieinhalb Wochen. Aber Martin Menzel hat es mit viel Spaß gemacht. Der Berufs-Fotograf aus Wienhausen hat das komplette Kloster digitalisiert und macht jetzt eine 360-Grad-Tour aus den Aufnahmen. „Ich habe ja im Moment nichts so viel wie Zeit“, sagt er lachend, aber mit einem gewissen Galgenhumor. „Denn die Aufträge für einen Berufs-Fotografen halten sich in diesen Zeiten leider eher im Rahmen.“

Foto-Arbeit als Spende

Nachdem er bereits für die Gotische Halle im Celler Schloss einen 360-Grad-Rundgang erstellt hat, wurde er auch dem Kloster heraus angesprochen, ob er sich so etwas auch für dieses Gebäude vorstellen könne. „Ich musste gar nicht lange darüber nachdenken und habe schnell zugesagt.“ Und da das Kloster jetzt seit fast einem Jahr geschlossen ist, sieht er seine Arbeit dort als seine Spende für die evangelischen Stiftsfrauen an.

"Ohne Lockdown keine Zeit"

So hat er sich bestimmte Raumpunkte herausgesucht und an jedem davon 30 Einzelaufnahmen gemacht. „Auf diese Weise sind dann insgesamt 57 Aufnahmen mit zusammen 630 Megapixeln zusammengekommen.“ Und daraus stellt er dann die 360-Grad-Show zusammen. „Ich bin da ziemlich pingelig und nehme jede Aufnahme sehr genau. Ich möchte, dass man wirklich jede Maserung im Holz erkennt, wenn man an die Objekte heranzoomt. Das ist mir in der Gotischen Halle auch schon sehr gut gelungen.“ Die Arbeit im Kloster Wienhausen ist überhaupt erst die zweite, die er für diese Technik macht. „Das ist so eine Geschichte, die sich aus den Corona-Einschränkungen entwickelt hat. Ohne den Lockdown hätte ich wohl für solche Geschichten gar keine Zeit gehabt.“

Kulturgüter mit maximaler Qualität

„Ich verwende eine Mittelformatkamera mit 50 Megapixeln und erstelle so unglaublich detailreiche Bilder mit weit über 600 Megapixeln. Mir geht es darum, gerade für Kunst- und Kulturgüter mit maximaler Qualität ein tolles und realitätsnahes Ergebnis zu erzielen. Dabei arbeite ich komplett manuell und verwende keine Automatik“, sagt Menzel. Die „handwerkliche“ Technik benötige zwar mehr Zeit und Fachwissen, habe aber nicht den Nachteil wie bei anderen Systemen, dass die Decke nicht abgebildet wird. „Die erzeugten Daten sind riesig und bedürfen neben großen Datenspeichern auch eines sehr leistungsfähigen Rechners. Die Datenmenge aus dem Kloster liegt bei den 55 Knoten fast bei einem Terabyte an Rohmaterial. Belohnt wird man dafür mit einem tollen 360-Grad-Erlebnis.“

Die virtuelle Tour soll bis Ostern online sein. Informationen zu Räumen und Objekten werden eng mit dem Konvent abgestimmt. Zu sehen ist die Ausstellung unter www.momentesindeinmalig.de/360Grad und www.kloster-wienhausen.de.