Gemeinderat

Kann sich Langlingen neue Radwege leisten?

Der Landkreis Celle räumt einem Radweg von Langlingen nach Wiedenrode oberste Priorität ein. Aber kann sich die Gemeinde das auch leisten?

  • Von Carsten Richter
  • 18. Sept. 2020 | 19:48 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Carsten Richter
  • 18. Sept. 2020 | 19:48 Uhr
  • 12. Juni 2022
Anzeige
Langlingen.

Im Grundsatz ist sich der Langlinger Gemeinderat einig: Der Ortsteil Wiedenrode soll an das Radwegenetz des Landkreises angeschlossen werden. Die Voraussetzungen sind günstig, da die Kreisverwaltung den Bau eines Radweges von Langlingen nach Wiedenrode in ihrem Bauprogramm an die erste Stelle gesetzt hat. Die Sache hat jedoch einen Haken: die Kosten. Zwar besteht die Möglichkeit einer 60-prozentigen Förderung durch das Land. Da aber der Landkreis die Gesamtkosten auf 1,5 Millionen Euro schätzt, bliebe immer noch ein Betrag von 600.000 Euro, den sich Landkreis und Gemeinde Langlingen zur Hälfte teilen.

Angermann: "Einmalige Chance"

"Es ist eine einmalige Chance, aber Langlingen hat 250.000 Euro Schulden", sagte Bürgermeister Ernst-Ingolf Angermann (CDU) in der Ratssitzung. Auch Gemeindedirektor Helfried H. Pohndorf bezeichnete den Anteil für Langlingen von 300.000 Euro als "großen Schluck aus der Pulle".

Mit Kreis Celle über Verlauf des Radweges einig werden

Sobald eine gemeinsame Absichtserklärung von Landkreis und Gemeinde vereinbart worden ist, jeweils die Hälfte der Baukosten zu übernehmen, kann die Kreisverwaltung die Projektförderung beantragen. Dazu müssen sich die Kostenträger auch über den Verlauf des Radweges einig werden. Denn alternativlos ist die Strecke entlang der Kreisstraße 51 nicht.

Es gibt Alternative für den Radweg nach Wiedenrode

Eine andere Möglichkeit ist, den Radweg über Wirtschaftswege führen zu lassen. Radfahrer würden dann von Fernhavekost aus über den Schwanenbruchweg in Richtung Hohnebostel fahren und rechts nach Wiedenrode abbiegen. Der Vorteil: Die Ausbaustrecke wäre kürzer und die Gesamtkosten laut Gemeindeverwaltung deutlich günstiger. Bei der sogenannten B-Variante sieht SPD-Fraktionschef Henning Meyer allerdings die Sicherheit in Gefahr. Schüler müssten sicher zur Bushaltestelle an der Kreisstraße kommen – deshalb plädieren die Sozialdemokraten für den Verlauf des Radweges entlang der gesamten K51. "Mit der B-Variante können wir uns nicht anfreunden", sagte Meyer im Rat.

Andere Fördertöpfe anzapfen?

"Es soll auf jeden Fall eine Verbesserung für Wiedenrode geben, das ist mir wichtig", betonte Angermann. Einstimmig beschlossen wurde, dass nun mit dem Landkreis geklärt wird, ob die günstigere B-Variante überhaupt in Frage kommt – und ob noch andere Fördertöpfe angezapft werden können. Unklar sei bislang auch, wie viele Schüler die Haltestelle an der K 51 nutzten, so Angermann.

Zweiter Radweg von Langlingen nach Hohnebostel

Beim Radwegebau wird die Gemeinde gut bedacht. An zweiter Stelle in dem Programm des Landkreises steht die Verbindung von Langlingen nach Hohnebostel. Würde auch hier ein Radweg gebaut, wäre das an sich eine gute Nachricht. Das würde aber auch bedeuten, dass die Gemeinde durch den Eigenanteil von nochmals 100.000 Euro weiter Schulden machen würde. "Das würde uns finanziell stark einschränken", so Angermann auf CZ-Nachfrage.