Viele Projekte im Visier

Alle wollen hier bauen: Langlingen boomt

Was ist da denn los in der Gemeinde Langlingen? Heimlich, still und leise entwickelt sich die Gemeinde zum Mekka von Bauwilligen. Wir kennen die Gründe dafür.

  • Von Andreas Babel
  • 10. Okt. 2021 | 14:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Andreas Babel
  • 10. Okt. 2021 | 14:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Langlingen.

Am Rande des Landkreises Celle boomt eine kleine Gemeinde. Was ist das Geheimnis von Langlingen? Warum zieht es so viele Menschen hierher? Einer, der es wissen muss, ist Bürgermeister Ernst-Ingolf Angermann. Er hat mit Neubürgern gesprochen. „Das Eine, was ich immer wieder gehört habe, ist der Breitbandanschluss. Wir bieten bis zu 1 Megabit. Das ermöglicht das Arbeiten von zu Hause“, sagt er. Das zweite Argument vor allem für junge Familien sei gewesen, dass Krippe, Kindergarten und Schule in der Nähe seien. „Damit haben wir von Anfang an geworben. Und da müssen wir jetzt auch liefern. Deshalb bauen wir ja auch einen neuen Kindergarten“, erläutert Angermann. Und das macht die Gemeinde gerne. „Schließlich sichert das ja auch unsere Schule, Langlingen lebt ein Stück weit auf.“

Niedrige Baupreise in Langlingen

Frank Böse, für die Verwaltung der Gemeinde Langlingen im Wienhäuser Rathaus zuständig, hat einen weiteren Standortvorteil erkannt: „Es sind die Preise“, sagt er, die niedriger seien als in Eicklingen und Bröckel, geschweige denn in Wienhausen.

2,8 Hektar neues Bauland

Und so hat der Gemeinderat während seiner jüngsten Satzung beschlossen, demnächst mit dem zweiten Bauabschnitt des Gebiets „Südlich der alten Bahntrasse“ an den Start zu gehen. Nachdem im ersten Bauabschnitt die 25 Grundstücke schnell vergriffen waren und jetzt schon größtenteils bebaut sind, gibt es auch für den zweiten, der 2,8 Hektar groß ist, schon viele Interessenten, so Böse.

"Wir können den Bedarf nachweisen"

Eigentlich dürfen Kommunen laut Raumordnungsprogramm des Landes nur um fünf Prozent in zehn Jahren wachsen. Für Langlingen würde das bedeuten, dass man eigentlich nur zwei oder drei Baugrundstücke neu ausweisen darf. Deshalb erhält die Gemeinde auch regelmäßig eine negative Stellungnahme der für die Raumordnung hier zuständigen Behörde beim Landkreis Celle. „Doch wenn wir den Bedarf nachweisen können, und das können wir, dann dürfen wir auch über diesen Prozentsatz hinausgehen“, erläutert Böse.

Klimaschutz im "Kälberrähr"

Klimaschutz ist im Flotwedel wie überall auch wichtig: Für den westlichen, noch unbebauten Teil des Gebiets „Kälberrähr“ ist die Verwaltung beauftragt worden, zu prüfen, ob sie in einer Bauvorschrift regeln darf, dass Photovoltaikanlagen gebaut werden müssen. Die SPD-Fraktion hatte beantragt, hier nur noch Nullenergiehäuser beziehungsweise Plusenergiehäuser zuzulassen.

14 Grundstücke in Nienhof

"In Nienhof bauen vorrangig Nienhöfer", sagt Böse. Am Kohlgartenweg/Mühlrebenweg soll ein Neubaugebiet mit Wendehammer und 14 Grundstücken entstehen. Man lebt eben gerne im schönen Flotwedel. Die Gemeinde sagt dazu: Wenn man davon ausgeht, dass etwa die Hälfte der Grundstücke von bereits in Nienhof ansässigen Bewohnern in Anspruch genommen werden, von denen insbesondere die Jüngeren ihr Elternhaus verlassen und somit kein anderes Grundstück leer und verfügbar zurücklassen, wird die raumordnerische Verträglichkeit bewahrt. Auf der östlichen Seite des Nienhöfer Dorfplatzes sollen weiterhin drei Wohngrundstücke vorgesehen werden, im übrigen Bereich musste ein Plan geändert werden, damit hier ein Bolzplatz entstehen kann.

Resolution gegen Erhebung von Straßenausbaubeiträgen

Nach Bröckel und Wienhausen hat auch Langlingen folgende Resolution beschlossen: „Der Rat fordert die regierungstragenden Fraktionen im Niedersächsischen Landtag sowie die Landesregierung auf, durch eine Änderung des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes die Möglichkeit zur Erhebung von Straßenausbaubeiträgen abzuschaffen und zeitgleich eine Kompensationsregelung zu schaffen und mit ausreichenden Haushaltsmitteln zu hinterlegen, mit der die bei den Gemeinden entstehenden Beitragsausfälle ausgeglichen werden.“ Böse schätzt, dass dieses Thema ein entscheidendes im Wahlkampf der Landtagswahlen im kommenden Jahr sein wird.