Projekt der Jugendpflege

Kinder lernen im Strandbad Flotwedel Handwerk

Kinder kennen nur Smartphone und Konsole? Von wegen. Bei einem Projekt im Strandfreibad Langlinger Schleuse konnten sie sich handwerklich betätigen.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 19. Sept. 2020 | 12:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 19. Sept. 2020 | 12:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
Anzeige
Langlingen.

„Philip, du gehst jetzt am besten da weg“, warnt Felix (12). Er sitzt in etwa drei Metern Höhe auf einer Aussichtsplattform aus Holz und sägt an einem überstehenden Querbalken. Philip und Linus gehen in Deckung. Nur wenig später hat Felix es geschafft und der Balken verabschiedet sich mit einem Rumpeln von seiner vorherigen Position. „Der musste unbedingt weg“, meint Linus. „Ich bin schon dreimal fast dagegengelaufen.“

Kreativität freien Lauf lassen

Betritt man das Strandfreibad Langlinger Schleuse, so sieht man schon von Weitem das große, ungewöhnlich anmutende Bauwerk aus Holz. Seit Beginn der Sommerferien fand hier ein einzigartiges Projekt der Jugendpflege statt, nämlich der sogenannte Bauspielplatz. Die Kinder und Jugendlichen bekommen die Gelegenheit, sich fernab von Smartphone und Konsole handwerklich auszuprobieren und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Das Konzept sah vor, einige einfache Holzhütten zu bauen. In der kurzen Bauzeit ist mit viel Teamwork ein beeindruckendes Werk entstanden. Fast alles, was vorstellbar ist, ist erlaubt.

Das bietet das "Schloss" im Strandfreibad Flotwedel

„Wir befinden uns hier in Heikes Schloss“, erklärt Felix auf der Aussichtsplattform. „Innen ist alles stabil. Man kann sich überall hinsetzen und die Aussicht genießen.“ Von seinem Standpunkt aus hat er eine gute Perspektive über die Wiese des Freibades und den zugehörigen Naturteich, der an heißen Tagen zum Schwimmen einlädt. Das Schloss, das die Kinder gemeinschaftlich für Jugendpflegerin Heike Moch gebaut haben, die den Bauspielplatz zusammen mit Mirco Röker betreut, hat einiges zu bieten. Eine umzäunte Eingangsveranda inklusive Bank laden zum Ausruhen ein. Im Erdgeschoss befindet sich ein Tisch mit zwei Stühlen, bevor es über eine Leiter in das erste Obergeschoss geht. Hier kann man auf der ersten Plattform verweilen und einen Blick in den angrenzenden Pferdestall werfen oder aber weiter auf ins zweite Obergeschoss klettern. Der Clou: Die Kinder haben jedes Detail selbst ausgearbeitet und aus Brettern zusammengezimmert.

Auch eine Strandbar wurde aufgebaut

Direkt nebenan arbeitet Dustin (14) an einer weiteren Hütte, einer Strandbar. Diese hat er zusammen mit Michel und Felix aufgebaut. „Zuerst muss man mit dem Bohrer per Hand Löcher für die Pfosten in die Erde bohren“, erklärt er. „Die Pfosten geben der Hütte den nötigen Halt. Die Bretter werden dann quer daran befestigt. Wir haben etwas anders angefangen als die anderen und erst einmal die Etagen gebaut.“ Zusätzlich gibt es unten eine Bank und eine Minibar. „Man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen und sich einfach ausprobieren. Das macht wirklich Spaß“, findet Dustin.

Kinder mit Begeisterung bei Projekt der Jugendpflege

Das Projekt kommt bei den Kindern gut an. Mit Begeisterung arbeiten sie Hand in Hand an ihren Holzbauten. Corona verhinderte den ursprünglichen Start im Mai. „Wir möchten das Projekt gerne im nächsten Jahr wieder anbieten“, sagt Moch. Die Bauzeit für diese Saison endete in dieser Woche, die Hütten wurden wieder abgebaut. Es freut sie besonders, dass manche Kinder von ihren Großeltern begleitet werden, die dann beim Bauen helfen. „Vielleicht wird es im nächsten Jahr noch mehr ein Familienprojekt. Toll wäre es auch, wenn uns vielleicht ein Tischler oder ein Rentner unterstützen würde.“

Von Stefanie Franke

Von